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Hattinger Pastor predigt mit dem iPad

09.09.2013 | 09:00 Uhr
Hattinger Pastor predigt mit dem iPad
Mirco Quint ist seit einem Jahr Pastor der Gemeinde Mauritius in Hattingen Niederwenigern. Er arbeitet sehr modern, hat u.a. eine Facebook-Gruppe für die Gemeinde gegründet und liest Predigten vom iPad ab.Foto: Svenja Hanusch

Hattingen.   Vor einem Jahr begann der Hattinger Pastor Mirco Quint seine Arbeit für die katholische Gemeinde St. Mauritius. Er arbeitet sehr modern, hat unter anderem moderne Medien in Gottesdienste etabliert und schreibt auf Facebook.

Ein Pastor, der seine Predigt von einem iPad – einem flachen, tragbaren Computer – abliest? Der dann in sein Büro geht, um bei Facebook Neuigkeiten über den Dom zu posten? Ja, den gibt es. Heute vor einem Jahr begann Mirco Quint (35) seine Arbeit für die Gemeinde St. Mauritius in Niederwenigern. Er sorgt für Aufschwung.

„Die Schwierigkeit einer Predigt ist es, die uralten Texte der Bibel in die heutige Zeit zu übersetzen, die Aussagen darin einzubetten. Man muss Anknüpfpunkte finden, die den Menschen auch noch in ihrem modernen Leben etwas angehen“, erklärt Mirco Quint. Den Mut, etwas Neues auszuprobieren, hat er.

Als er seine Arbeit in Niederwenigern vor einem Jahr begann, setzte er sich dafür ein, dass die Gemeinde eine Facebook-Seite erhält. „Ich fand, dass hier zu wenig Modernität zu spüren war.“ Mit den neuen Medien aber, so Quint, „können wir junge Menschen besser und schnell erreichen“. Auch kurze Filme aus dem Internet, Werbesendungen, Musikvideos baut er in Gottesdienste ein. Dann werden sie spirituell, christlich gedeutet, in einen ethischen Kontext gestellt.

Viele ehrenamtliche Helfer

Die Gemeinde hat außerdem den Schwerpunkt Seelsorge auf die St.-Mauritius-Kirche gelegt. „Im Moment überlegen wir, an welchen Orten weitere Schwerpunkte etabliert werden können“, sagt Quint, vor sich eine Gitarre. „Ich mag die Lagerfeuerromantik“, erklärt er. „Auf Gruppenfahrten spiele ich und alle singen dazu.“ Auch in Hattingen genießt er die Geselligkeit, trifft sich gern in Kneipen und Restaurants. Sein Leben zwischen Lebendigkeit und Ländlichkeit in Niederwenigern gefällt ihm.

Einen richtigen Plan, Pastor zu werden, gab es nicht. „Das ist ein gewachsenes Phänomen. Ich habe mich schon als Kind wohl in der Kirche gefühlt, habe mich als Messdiener engagiert, irgendwann Jugendarbeit übernommen.“ Als Priester nahm er an dem Austauschprogramm „Crossing Over“ teil und verbrachte zwei Sommer in Chicago. „In Amerika funktioniert das religiöse Leben sehr gut, wir wollten wissen, woran das liegt.“ Die Antwort: „Manche Amerikaner sind unbekümmerter, etwas Neues auszuprobieren. Mir hat die lockere Mentalität gefallen. Sie haben nicht nur am Traditionellen gehangen, sondern waren auch offen für Veränderungen.“

Das hat auch Mirco Quint motiviert. Trotzdem weiß er: „Ein Pastor ist nur so gut, wie die Gemeindemitglieder es zulassen.“ Darüber freut er sich besonders: „Es gibt hier so viele ehrenamtliche Helfer, die mir Mut zusprechen. Daher bin ich froh, hier arbeiten zu können. Hier fühle ich mich zu Hause.“

Lene Lemmer



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