Hattinger Nachwuchsautoren stellten ihre Geschichten vor

Das Publikum lauschte den Geschichten der jungen Autoren.
Das Publikum lauschte den Geschichten der jungen Autoren.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nachwuchsautorinnen und ein -autor stellten zum Abschluss einer Schreibwerkstatt in der Stadtbibliothek ihre eigenen Geschichten vor.

Hattingen.. Zum Warmwerden in der ersten Stunde hatten die Nachwuchsautorinnen und ein -autor noch einen gemeinsamen Text verfasst. Zum Abschluss der Schreibwerkstatt mit Autorin Pia Helfferich in der Stadtbibliothek trugen alle Kinder und Jugendlichen natürlich ihre eigene Geschichte vor. Dabei ging es teilweise ganz schön gruselig zu. So wurde beispielsweise Helmut Maus fast gefressen.

Sein Schöpfer versetzte sich für seine Geschichte in den kleinen Vierbeiner, den es nach langen Regenwochen im staubigen Kohlenkeller an die frische Luft zog und der fast von der Nachbarsmieze, einem großen Scheusal, verspeist worden wäre. „Eingeschlossen im Klassenraum“ war ein anderes Erlebnis, das so nicht geplant war. „Ich wollte meinen Lehrer ein bisschen ärgern“, heißt es im Text. Doch dieser machte das Licht aus und schloss die Tür ab.

Nicht nur um die Erzählperspektive ging es in den Geschichten, sondern auch darum: Wie fängt man sie überhaupt an? Vorher hatten die Teilnehmer gelernt, mit allen Sinnen zu schreiben – wofür sie auch unter dem Tisch herumgekrabbelt waren. Figuren wurden entwickelt, Protagonisten und Gegenspieler, die sich witzige Wortgefechte lieferten, wie etwa eine rechte und eine linke Hand oder ein kurzes und ein langes Haar.

Schneller Vortrag

Es gab eine Erzählung aus dem Reitstall. Und auch mancher Vortrag galoppierte davon in schnellem Tempo. Dem Nachwuchs ging es wie erwachsenen Autoren auch: Etwas spannend zu erzählen und auf Papier zu bringen oder in den Computer zu schreiben, ist eine Sache, sie ebenso vorzulesen eine ganz andere. Schließlich ist auch Lampenfieber im Spiel. Entsprechend unterschiedlich fielen die Vorträge aus. Dass manche etwas aufgeregt waren, störte aber nicht. Allen neun Vorleserinnen und Vorlesern im Alter von neun bis 13 Jahren – ein Mädchen war verhindert – merkte man die Begeisterung an ihrer Geschichte an. Dass sie nachhaltig ist sieht man schon daran, dass alle bei einem weiteren Schreibworkshop-Angebot dabeisein möchten.

Störend war die Geräuschkulisse auf der offenen Empore. Hatten die Schreibwerkstättler seit Januar in einem abschließbaren Raum unten ihrer Phantasie freien Lauf gelassen, trugen sie die Ergebnisse zum Abschluss jetzt oben vor, wo Lesungen in der Stadtbibliothek im Reschop Carré traditionell stattfinden. Leider waren die Geräusche des Ausleihbetriebs und die Stimmen von Besuchern oft deutlicher zu vernehmen als die Vorträge. Da hauptsächlich Familienmitglieder, Eltern und Freunde, im Publikum saßen, hatten sie aber wahrscheinlich sowieso nur Augen und Ohren für den schreibbegeisterten Autorennachwuchs.