Hattinger Familien haben keinen Bedarf an Kita-Betreuung

Petra Karopkas Einsatz wurde nicht benötigt von Eltern.Foto:Archiv, Theobald
Petra Karopkas Einsatz wurde nicht benötigt von Eltern.Foto:Archiv, Theobald
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Was wir bereits wissen
Das Angebot an drei Ferientagen blieb ungenutzt.

Wir wollen kein Kind von zu Hause weglocken in die Kita, weil es da so toll ist“, sagt Mirja Wolfs, Personalchefin des Kita-Zweckverbands Essen. Mit dem Angebot an drei Ferientagen – der letzte wurde am gestrigen Freitag abgedeckt, auch Montag und Dienstag dieser Woche war geöffnet – reagiere man vielmehr auf die Lebenswirklichkeit und den Bedarf, den es oft bei Alleinerziehenden und Berufstätigen ohne entsprechende Familienangebote im Rücken gibt.

In Hattingen gab es an allen drei Tagen keinen Bedarf. Was selten vorkommt, aber auch kein Einzelfall ist. Nicht genutzt werden musste das Angebot ebenfalls in einer Kita in Mülheim. Von insgesamt 271 Einrichtungen im Zweckverband waren 41 geöffnet. In Witten beispielsweise gab es eine Mutter, die im Januar einen neuen Job antrat. „Da fängt man nicht so gerne an mit der Frage nach Urlaub“, so Mirja Wolfs. In einem anderen Fall musste das Jugendamt Schwelm dringend ein Kind unterbringen.

In den meisten Fällen nutzten Alleinerziehende den Notdienst. Oft seien Beschäftigte im Gesundheitswesen oder aus dem Einzelhandel auf Betreuung während der Ferien angewiesen. Auch Mitarbeiter von Steuerberatungsbüros oder anderen Firmen mit Urlaubssperre müssen am Arbeitsplatz antreten. Gibt es keine Familie, die hilft, oder wohnt sie zu weit weg, sind die Eltern in Nöten. Der Zweckverband macht das Angebot flächendeckend. Genutzt wird es unterschiedlich stark. In manchen Kitas wurden nur zwei bis vier Kinder betreut, in anderen waren es zehn bis 14. Es gab auch Fälle, in denen Jungen und Mädchen angemeldet waren, die Betreuung dann aber doch nicht gebraucht wurde.