Hattinger Container für Flüchtlinge werden teurer

Der Umbau der Feuerwache für Flüchtlinge war billiger. Geld fließt in Container an der Werksstraße.
Der Umbau der Feuerwache für Flüchtlinge war billiger. Geld fließt in Container an der Werksstraße.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der billigste Bewerber hat sich verrechnet und sein Angebot zurückgezogen. Jetzt kosten die Unterkünfte für 80 Asylbewerber 1,75 statt 1,6 Millionen Euro. Im September sollen sie belegt werden

Hattingen..  Selbst wenn die Stadt den billigsten Anbieter genommen hätte, wäre sie mit den vorgesehenen 1,5 Millionen Euro für Wohncontainer nicht ausgekommen. In ihnen sollen ab September 80 Flüchtlinge auf dem Grundstück an der Werksstraße 40-46 untergebracht werden. Normalerweise ist die Verwaltung verpflichtet, das günstigste Angebot anzunehmen. Laut Baudezernent Jens Hendrix hätte sie das Unternehmen auf sein Angebot festnageln können, hat sich aber für den zweitgünstigsten Anbieter entschieden.

Die Preise haben angezogen

„Was haben wir davon, wenn die Firma hinterher pleite geht?“, fragt sich Hendrix. Das Unternehmen, das vom Preisangebot her das Rennen gemacht hatte, hat sich verrechnet und bestimmte Posten nicht berücksichtigt. Was der Stadt aufgefallen war. Weshalb sie nachgehakt hat. Was wiederum die Bitte des betreffenden Anbieters zur Folge hatte, vom Angebot zurücktreten zu dürfen. Es lag bei 1 599 787,21 Euro. Eine „Realisation zum angebotenen Preis ist nicht zu erwarten“, heißt es in der Vorlage für den Hauptausschuss. „Der Billigste ist nicht immer der Günstigste“, so der Baudezernent.

Zweitniedrigster Bieter war die Firma Deutsche Industriebau. Sie soll zum Zug kommen bei der Anlage aus zwei Gebäuden, die „schlüsselfertig in Zellenbauweise oder gleichwertig nach den Plänen der Stadt“ verwirklicht werden soll. Bauen will die Firma für 1 745 000 Euro. Die Stadt geht nicht davon aus, bei einer Aufhebung der Ausschreibung und einer erneuten Ausschreibung günstiger wegzukommen. Die Preise haben angezogen. Und zwar, so Hendrix, „weil viele Kommunen angesichts steigender Flüchtlingszahlen Bedarf haben“.

355 000 Euro fehlen

Im Haushalt fehlen jetzt 355 000 Euro. 210 000 davon hat die Stadt bei anderen Gebäuden gespart. Den Löwenanteil mit 100 000 Euro beim Ausbau des Flüchtlingswohnheims an der Werksstraße 40. Günstiger fielen auch der Umbau der alten Feuerwache und der Neubau der neuen aus. Außerdem sollen 50 000 Euro nicht für die Grundsanierung der Grundschule Oberwinzerfeld ausgegeben werden, die dieses Jahr Schwerpunktschule ist. Die Maßnahme wurde bereits zurückgestellt. Die Stadt hofft, sie als energetische Sanierung aus einem erwarteten Konjunkturpaket III „Bundesinvestitionsoffensive“ zu finanzieren.

Bereitstellen soll der Hauptausschuss jetzt noch 145 000 Euro. Gedeckt werden soll der Betrag, indem bei Kanalbaumaßnahmen gespart wird. Vorübergehend. Das Geld wird dann 2016 benötigt.

Die Flüchtlingscontainer-Anlage war Ende März ausgeschrieben worden. Fertig sein soll sie im September. Insgesamt hatten 26 Firmen Ausschreibungsunterlagen angefordert. Ein Angebot abgegeben haben dann aber nur sechs, wobei das höchste Angebot bei 2,32 Millionen Euro lag. Was zeigt, wie nachgefragt die Container sind. Normalerweise, so Hendrix, ist die Anzahl der Bewerber höher.