Hattinger Banken verzichten auf Münz-Gebühr

Wer seine Spardose plündert, kann das Kleingeld in Hattingen auch weiterhin kostenlos einzahlen
Wer seine Spardose plündert, kann das Kleingeld in Hattingen auch weiterhin kostenlos einzahlen
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Seit Beginn des Jahres muss Kleingeld auf Echtheit kontrolliert werden. Einige Kreditinstitute legen die Kosten auf die Kunden um – nicht so in Hattingen.

Hattingen..  Sparschwein-Schlachtungen bleiben für den Großteil der hiesigen Bankkunden gebührenfrei. Und das, obwohl die Einzahlung von Hartgeld für die Geldinstitute seit diesem Jahr mit zusätzlichem Arbeits- und Kostenaufwand verbunden ist. Jetzt muss jede abgegebene Münze geprüft werden – so schreibt es eine EU-Richtlinie vor.

Wer bei Sparkasse, Volksbank oder Deutscher Bank als Privatkunde Münzgeld einzahlen will, muss lediglich im Besitz eines Kontos sein. Im letzten Jahr sind bei der Sparkasse 6,2 Millionen Münzen eingezahlt worden, auf einen Tag umgerechnet waren das 17 000 Stück. Das sind 0,4 Millionen mehr als noch 2010.

Jede der Münzen wird seit diesem Jahr von den Mitarbeitern in Augenschein genommen oder landet in einem speziellen Zählgerät, das die Echtheit prüft. Bei der Sparkasse können die Kunden ihr Kleingeld am Schalter abgeben oder es in den Filialen Hauptstelle und Rauendahl in zwei Einzahlgeräte werfen, die die Münzen prüfen und zählen. Trotz des gestiegenen Bearbeitungsaufwands und Zusatzkosten durch einen externen Prüfdienst verzichtet die Sparkasse weiterhin auf Eintauschgebühren.

„Münzen können entweder in den Zählautomaten gegeben oder aber direkt am Schalter abgegeben werden“, informiert auch Guylherme Dreypelcher von der Volksbank. In den meisten Fällen fließt das Geld aufs Konto, die direkte Auszahlung in Banknoten beschränkt sich auf Kleinmengen. Bei geringen Mengen von wenigen Euros können bei der Volksbank im übrigen auch Fremdkunden Geld umtauschen – zum Beispiel für den Parkautomaten.

Service statt Gebühren

Auch bei der Deutschen Bank will man künftig ohne „Münz-Gebühren“ auskommen. „Das gehört für uns zum Service an unseren Bestandskunden“, erklärt Deutsche-Bank-Vertreterin Christine Schändler und ergänzt, dass das Münzgeld hierzu in einem speziellen Sammelbehälter direkt am Schalter abgegeben werden müsse.

„Wir haben uns schon im letzten Jahr auf die neue Gesetzgebung eingestellt und unsere Mitarbeiter für die Kontrolle der Münzen zertifizieren lassen“, erklärt Sparkassen-Sprecher Udo Schnieders. Dass der Service auf Dauer gebührenfrei bleibt, kann er aber nicht versprechen.

Die neuen Auflagen brächten einiges an zusätzlichem Sichtungsaufwand mit sich und würden das früher gängige Einrollen in Papierrollen seit Beginn des Jahres untersagen, fügt er hinzu.

In Hattingen sind Schnieders übrigens keine nennenswerten Falschgeld-Problematiken bekannt. Lediglich vereinzelte ausländische Münzen oder Knöpfe finde man im Kleingeld.