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Hattingens Kneipenwirte fürchten ein striktes Rauchverbot

02.10.2012 | 09:00 Uhr
Hattingens Kneipenwirte fürchten ein striktes Rauchverbot
Foto: Udo Kreikenbohm

Hattingen.  Ein striktes Rauchverbot in NRW wird immer wahrscheinlicher. Hattingens Kneipiers sehen diese Entwicklung mit Sorge, denn: Ein Großteil der Kundschaft besteht aus Rauchern. Sie Befürchten Entlassungen des Personals, gar die Schließung ihrer Lokale. Das Horrorszenario: ein Kneipensterben.

Nach dem SPD-Parteitag am vergangenen Wochenende wird ein striktes Rauchverbot in Nordrhein-Westfalen immer wahrscheinlicher. Verqualmte Eckkneipen dürften dann bald der Vergangenheit angehören und auch abgetrennte Raucherbereiche sind dann nicht mehr zulässig. Was die einen freut, bereitet anderen Sorgen, darunter auch Martin Grewer, der neben dem Pfannkuchen-Haus, das seit 2008 rauchfrei ist, das All-In betreibt, ein Raucherlokal:„ Für die Raucherkneipen ist das dramatisch. Das wird sicherlich für den ein oder anderen, vielleicht auch für uns, heißen, dass man schließen muss“, so befürchtet er.

Zigarette zum Bier gehört einfach dazu

Auch in der Kneipe von Frank Wulf darf geraucht werden, obwohl er selbst schon vor 22 Jahren aufgehört hat. Etwa 80 Prozent seiner Gäste sind Raucher, so schätzt er. Rauchfreie Restaurants seien in Ordnung, aber „zum Bier gehört die Zigarette“, findet der 49-Jährige. Wulf ist nicht der einzige Nichtraucher in der Gastronomie mit dieser Einstellung. Heike Carl, Kellnerin im Café Auflauf, ist gegen die Verschärfung des Gesetzes. „Ich finde diese Bevormundung unmöglich. Ich bin Nichtraucherin und arbeite in einem Raucherlokal. Ich arbeite gerne hier.“ Sie fürchtet, das neue Gesetz könne zum Kneipensterben führen „und dann werden viele Leute arbeitslos.“ Gast Peter Merscheamke, der Kaffee trinkend und rauchend an der Theke sitzt, warnt vor zukünftigen Reglementierungen: „Als nächstes werden fettige Speisen verboten.“

Klare und verständliche Regeln sind wichtig

Doch es gibt auch eine andere Seite, und die ist klar und deutlich auf jeder Zigarettenschachtel zu lesen: „Rauchen gefährdet die Gesundheit.“ Es überrascht also nicht, dass Hans-Joachim Broschek, Leiter des Fachbereichs Gesundheit beim EN-Kreis, weitreichende Rauchverbote begrüßt: „Das neue Nichtraucherschutzgesetz ist überfällig, auch in dieser strikten Form.“ Das sei ein wesentlicher Fortschritt in der Gesundheitspolitik, so Broschek. „Ich bin sonst eher ein freiheitlich denkender Mensch“, greift er den Bevormundungsvorwurf vieler Raucher auf, „aber wenn man den Effekt sieht, dass Krankheiten und Todesfälle dadurch verringert werden“ befürworte er strengere Regeln.

Die Stadt Hattingen wünscht sich vor allem, dass das neue Gesetz „klare und für jeden verständliche Regeln“ beinhalte, so Pressesprecher Thomas Griesohn-Pflieger. Auch für die Betreiber sei das besser, so der Pressesprecher. Bisher habe es eine Handvoll Beschwerden wegen Verstößen gegen den Nichtraucherschutz gegeben, darunter eine Ordnungswidrigkeit. Regelmäßige Kneipen-Kontrollen gebe es bisher nicht. „Wir überprüfen das erst, wenn wir einen Anlass haben“, erklärte Griesohn-Pflieger.

Dinah Büssow



Kommentare
04.10.2012
10:26
Rauchverbot :Na endlich!t
von hobbitt | #5

Die Reaktion der Raucher und Wirte war zu erwarten.
Für alle anderen- und das sind sehr viele Leute, die mit Rücksicht auf Freunde oder andere Zeitgenossen notgedrungen "mitgeraucht" haben, gibt es endlich eine vernünftige Regel.
Sowohl das Kneipensterben als auch die anderen vorgeschobenen "Gesundheitsgefahren" durch alleiniges Existieren in dieser Welt können nicht darüber hinwegtäuschen, dass einige Raucher mit ihrer Qualmerei rücksichtslos andere Menschen belästigen.
Die anderen Raucher werden aus Rücksicht eben vor der Tür rauchen und nicht quengeln, denn sie wissen, was sie sich selbst und anderen zumuten.
Ich spreche aus Erfahrung!

02.10.2012
17:14
Dann sauft doch zu Hause, oder
von bochumerjunge1965 | #4

wählt die FDP !!!!

Rosige Zeiten werden auf uns zukommen,wenn diese Koalition wiedergewählt wird.
Ich wandere dann aus. Den Mist mache ich nicht mehr mit.

02.10.2012
15:45
Hattingens Kneipenwirte fürchten ein striktes Rauchverbot
von Gegen-Verbote | #3

Von Barry Dellinger (Louisiana State University in Baton Rouge) wurden Partikel in der Luft entdeckt, die lebensgefährlich sein können. Diese lebensgefährlichen Partikel atmen wir Mensch täglich ein. Und zwar sollen hier 300 mal mehr Partikel enthalten sein, als im Qualm einer Zigarette. Den Bericht habe ich im Internet bei Fokus unter dem Artikel „Luft wirkt wie Zigarettenrauch“ gefunden. Erzeugt werden diese lebensgefährlichen Partikel die auch Lungenkrebs auslösen können wenn Abgase aus Auspuffen oder Schornsteinen abkühlen.

Wie will uns die Gesundheitsministerin vor dieser Gefahr schützen?

Heiz-Verbot?
KFZ-Verbot?
....-Verbot?
Wann wird das Leben verboten?

Wir können uns in der heutigen Zeit vor Feinstaub, freien Radikalen und wie das Zeug so alles heißt nicht mehr schützen, darum finde ich den Vorstoß von der Gesundheitsministerin, wie einen Vorstoß ins Leere. Oder soll die Macht bestimmter Organisationen/Personen zum Ausdruck gebracht werden?









1 Antwort
Hattingens Kneipenwirte fürchten ein striktes Rauchverbot
von misterjones | #3-1

Aber die Konsequenz kann doch nur sein, die Entstehiung dieser PFR (persistenten freien Radikalen) zu minimieren und nicht noch zusätzlich zu fördern, z.B. durch Tabakrauch.

Soll das jetzt etwa ein Argument GEGEN Rauchverbote sein?

02.10.2012
10:56
Hattingens Kneipenwirte fürchten ein striktes Rauchverbot
von vospe | #2

Das ist eine unbeschreibliche DISKRIMINIERUNG und BEVORMUNDUNG von Wirten und Rauchern. Jetzt kann man mal am eigenen Leibe erfahren, wie sich Bürger zu Zeiten staatlicher Machtausübung in private Bereiche hinein gefühlt haben müssen.

Die SPD hätte gut daran getan, hier eine Grenze zu setzen, und den Kompromiss aufrecht zu erhalten. Doch jetzt wird es weiter gehen mit dem unsäglichen Gesundheitsterror, auch in anderen Bereichen (Fett, Alkohol, Zucker, Sonnenbank, usw.). Aber wenn man sich mal anschaut, wer da so überwiegend für die SPD im Landtag sitzt, Oberrstudienräte, Sozialpädagogen usw.. braucht sich auch nicht über staatliche Erziehungsmethoden wundern. Eine Truppe von Hardlinern, aus der ehemaligen Arbeiterpartei als Vertreter des "kleinen Mannes" wird unbemerkt ein Ableger der Grünen, das ist wirklich bedauerlich.

Die SPD wird in meinem zukünftigen Leben keine einzige Stimme mehr von mir erhalten, das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen!

5 Antworten
Hattingens Kneipenwirte fürchten ein striktes Rauchverbot
von Gegen-Verbote | #2-1

Bin auch der Meinung.

Die SPD habe ich auch schon nicht bei der Landtagswahl gewählt, da Sie ja mit Grün regieren wollten. Hat leider geklappt. Das Grün für totales Rauchverbot steht wußte man ja schon vorher. Die Aussage im Wahlprogramm der SPD war nicht so eindeutig. Ich habe mehr Kitas und Schulen daraus gelesen. Von Gastro habe ich nichts gelesen.

In Schulen, öffentlichen Gebäuden, Kitas ist es ja auch sinnvoll.

Kein Verständnis habe ich im kompletten Gastro und Hotel Bereich. Das sind für mich private Unternehmen, die selbst entscheiden sollten.

Befürworten würde ich jedoch in Mehrraumgaststätten Nichtraucherräume, aber das ist auch schon alles.

SPD und Grün no go für die Bundestagswahlen.

Hattingens Kneipenwirte fürchten ein striktes Rauchverbot
von Gegen-Verbote | #2-2

Stimme ich zu.

SPD und Grün wähle ich auch nicht mehr.

Hattingens Kneipenwirte fürchten ein striktes Rauchverbot
von cockfosters | #2-3

"Gesundheitsterror"... was für eine Wortschöpfung!

Dann machen Sie mal Ihr Kreuzchen künftig bei der CDU und freuen sich darüber. Doch da sie das Thema Alkohol erwähnen, rate ich zur Vorsicht: In Baden-Württemberg gilt ein landesweites Verkaufsverbot von Alkohol nach 22 Uhr. Erlassen wurde dieses Gesetz von den seinerzeit regierenden Christdemokraten. Übel, nicht?

Hattingens Kneipenwirte fürchten ein striktes Rauchverbot
von Gegen-Verbote | #2-4

@cockfosters: "Verkaufsverbot von Alkohol nach 22 Uhr"

Bayern ist auch nicht besser.

Aber nicht in Gaststätten.

Wenn man keine Partei findet kann man auch den Wahlzettel ungültig machen.

Hattingens Kneipenwirte fürchten ein striktes Rauchverbot
von misterjones | #2-5

Was, bitte, ist denn daran diskriminierend, wenn jeder - ohne Ansehen der Person - zum Rauchen vor die Tür muss? Oder empfinden Sie es auch als Diskriminierung, wenn Sie zum Pinkeln die Toilette aufsuchen müssen?

02.10.2012
09:36
In Zukunft ohne Zigarette
von Hui-Buh | #1

Raucherkneipen sind doch so oder so dem Tode geweiht. Welcher normale Mensch geht denn noch in so einen Siffladen rein? Bei uns in Bayern hat das Rauchverbot der Gastronomie mehr als gutgetan. Und selbst wenn so Raucherlokal schließt, kommt meist ein Nachfolger mit besserem Konzept und dann geht wieder was.

2 Antworten
In Zukunft ohne Zigarette
von zauberlehrer | #1-1

# 1
Wir sind hier in NRW und konnten bisher ganz gut ohne Bevormundung leben !
Großes Schild , abends mit Beleuchtung ,RAUCHERKNEIPE , im gut sichtbaren Eingangs Bereich und fertig . So wurde es bisher in NRW gehalten . Andere Bundesländer sollten es so halten wie es die Bürger , über Volksabstimmungen , möchten .
Ich bin Nichtraucher seit über dreißig Jahren , finde allerdings diese Bevormundung unmöglich !!!

Hattingens Kneipenwirte fürchten ein striktes Rauchverbot
von Gegen-Verbote | #1-2

Ja, aber man muss die die es noch gibt nicht auch noch durch ein Gesetz vernichten.

Und ob das die Wirte und deren Gäste so sehen wie sie ist für mich auch fraglich.

Ich habe schon in viele Kommentaren gelesen das die Wirte einfach um 21 Uhr die Tür schließen und dann rauchen lassen.

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