Hattingen kann Segel richtig setzen

Beliebtes Ausflugsziel während des Weihnachtsmarktes: Bürgermeisterin Goch, Georg Hartmann (links) und Alfred Schulte-Stade freuen sich.Archiv-Foto:Volker Speckenwirth
Beliebtes Ausflugsziel während des Weihnachtsmarktes: Bürgermeisterin Goch, Georg Hartmann (links) und Alfred Schulte-Stade freuen sich.Archiv-Foto:Volker Speckenwirth
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Bürgermeisterin Dagmar Goch fordert planbare Systematik und neues Finanzierungssystem für Kommunen. Bessere Lebensqualität 2015

Hattingen..  „Liebe Hattinger und Hattingerinnen, das zu Ende gehende Jahr brachte für die Stadtverwaltung die bittere Erkenntnis, dass die mühevollen Sparanstrengungen nicht zum ausgeglichenen Haushalt führen werden. Rat und Verwaltung sahen sich gezwungen, für den Haushalt 2015 eine Erhöhung der Grundsteuer vorzuschlagen. Warum ist die Ausgabeseite so schwer in den Griff zu bekommen?

Die Antwort ist seit Jahren die gleiche, wenngleich die Lage immer schlimmer wird: Wir sind mit den Kürzungen von Dienstleistungen und Personalstellen am Rand des Möglichen angekommen, was normalerweise dazu führen sollte, den Haushalt nachhaltig konsolidieren zu können. Das große „Aber“ besteht darin, dass uns sowohl von Landes- als auch von Bundesregierung immer neue Aufgaben aufgebürdet werden, ohne entsprechenden finanziellen Ausgleich. Stichworte sind hier z. B.: die Kostenspirale in der Erziehungshilfe, die steigenden Kosten der Zuwanderung. Das gesamte Finanzierungssystem der deutschen Kommunen muss grundsätzlich auf neue Füße gestellt werden. Erst wenn es eine verlässliche und planbare Systematik gibt, die gleiche Lebensbedingungen in unseren Städten ermöglicht, kann man von einer echten kommunalen Selbstverwaltung sprechen.

,Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel richtig setzen.’ Dieses Wort des griechischen Philosophen Aristoteles könnte die Überschrift dafür sein, dass wir trotz aller widrigen Umstände auch in diesem Jahr einiges erreicht und manches auf den Weg gebracht haben, wie die Sanierung der Großen Weilstraße, die Einweihung des Kunstrasenplatzes in Welper und die Eröffnung der Feuer- und Rettungswache. Im kommenden Jahr stehen wichtige Projekte an, die uns sicher mehrere Jahre begleiten werden. Es ist der Stadtumbau West, der für Welper eine Fülle von Optimierungsmaßnahmen vorsieht, und das Integrierte Handlungskonzept Innenstadt, für das erste Förderzusagen vorliegen. Wir können davon ausgehen, dass 2015 das Zentrum für bürgerschaftliches Engagement in der ehemaligen Holschentorschule eingeweiht werden kann. Beide Vorhaben werden die Lebensqualität verbessern und sich im Stadtbild positiv bemerkbar machen. Durch beide Programme können wir in den nächsten Jahren Fördermittel in Höhe von rund 10 Millionen Euro in Hattingen investieren.

Wir haben erlebt, wie beliebt Hattingen als Ausflugsziel ist. Der Weihnachtsmarkt lockte Tausende in die Stadt. Hattingen wird als attraktive Stadt wahrgenommen. Ein großer Pluspunkt ist das bürgerschaftliche Engagement. Ich habe mich sehr gefreut über die Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen und wünsche ein gutes neues Jahr.“