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Hattinger in Mexiko

Hasta pronto!

02.12.2009 | 18:14 Uhr

Dieter Jaeschke koordiniert seit August die deutschen Schulen in Mexiko.

Hattinger Grüße aus Mexiko: Dieter Jaeschke, vielen Lesern der Hattinger Zeitung noch unter dem Kürzel „jae” bekannt, hat eine neue Aufgabe übernommen – er koordiniert in dem lateinamerikanischen Land die Auslands-Schulaktivitäten der fünf deutschen Schulen (Schulen mit deutscher Schulleitung, die zum deutschen Abitur führen). Kurz: Dieter Jaeschke ist Mexiko-Koordinator bei „Schulmanagement weltweit”.

Dieter Jaeschke als WAZ-Reporter: Im Jahr 1994 interviewte er den heutigen Pop-Titan Dieter Bohlen, als dieser mit seiner Band Blue System im Freibad in Niedersprockhövel gastierte.

Sein Job hatte ihn auch dazu bewogen, seine Tätigkeit bei der Hattinger Zeitung wie auch seinen Wohnsitz in Niederwenigern aufzugeben. Denn zunächst ging Jaeschke an die Gesamtschule Dortmund-Brünnighausen, später wurde er zudem Italienisch-Fachleiter am Studienseminar Dortmund.

Über seine erste Zeit in Mexiko schreibt er selbst:

Spätestens, wenn man im Auto sitzt, merkt man immer, dass man in Lateinamerika sitzt. Es gibt unzählige Radiosender mit Klasse-Musik, viel Latino oder Mariachi-Musik mit geschmachteten mexikanischen Balladen. Zuhause höre ich oft WDR 2, um den Kontakt zur Heimat nicht zu verlieren. Immer besonders witzig, wenn man zum Frühstück das Nachmittagsprogramm hört. Wenn ich „Auf der A1 Köln Richtung Münster zwischen Schwerte und Kreuz Dortmund/Unna 5 km Stau” höre, dann ist das vertraut und etwas bizarr zugleich.

Was die Sicherheit und das Sicherheitsempfinden angeht, so habe ich bislang keine kritische Situation erlebt. Ein dickes „Don't” ist das Geldabheben am Automaten allein in einsamen Ecken bzw. gar bei Dunkelheit. Es kommt regelmäßig vor, dass Menschen dabei entführt werden, um dann ein paar Tage lang immer wieder zum Geldabheben „geführt” zu werden . . . Tagsüber aber jogge ich auch durchs Dorf, doch bei Dunkelheit versucht man Fußwege, wenn es eben geht, zu vermeiden. Es sei denn in ganz belebten Ecken.

Für die kommenden drei Jahre gilt Jaeschkes Vertrag in Mexiko. „Er kann zweimal verlängert werden, aber nach acht Jahren muss ich auf jeden Fall zurück in den NRW-Schuldienst”, erklärt er.

Während europäisch aussehende Menschen in Mexiko-Stadt mit seinen unzähligen Besuchern nichts Ungewöhnliches sind, ist man im Supermarkt in Tepepan doch eine kleine Attraktion. Witzig, wie die meisten Leute gucken: neugierig, schüchtern, dann oft freundlich – aber nie unfreundlich oder gar feindselig.

„Ich mache genau den Job, den ich mir immer gewünscht habe”, schwärmt der 40-Jährige. „Ich bin für ein ganzes Land zuständig und häufig auf Achse – echt klasse!” Er habe sich schnell und gut in der Metropole Mexiko-Stadt mit mehr als 22 Millionen Einwohnern eingelebt. „Das Wetter ist angenehm – mittags etwa 25 Grad, da es sich ja bei 2200 Meter Höhe um die so genannten Kalttropen handelt”, erzählt er. Und er ist viel unterwegs – etwa zum Tag der Einheit in der Botschaft:

Botschafter Dr. Wegener und seine Frau hatten in ihre Residenz eingeladen (die Adresse sagt mit „Paseo de las Palmas” bereits alles) und etwa 500 Gäste tummelten sich im Garten, labten sich an deutschen Weinen, mexikanischem Tequila – und bayerischen Schmankerln, die ein Team des „Bayerischen Hofes” zu München eigens aus der bayerischen Landeshauptstadt eingeflogen hatte. Die uniformierten Mitglieder des Militärattché-Stabes veredelten das äußere Gepränge nicht ohne Effekt. Mir persönlich gefiel der wunderschön erhaltene S-Klasse-Benz gut, etwa frühe 70-er Jahre mit Diplomaten-Kennzeichen, der direkt vor der Residenz parkte.

Hasta pronto! Bis bald!

Zur Person: Dieter Jaeschke

Dieter Jaeschke, geboren 1969, startete seine Schulkarriere im Jahr 1975 auf der katholischen Weiltor-Grundschule, sein Abitur machte er dann 13 Jahre später auf dem Gymnasium Waldstraße. Schon als Schüler arbeitete er beim Krankenhausfunk im Evangelischen Krankenhaus mit, 1986 gründete er schließlich „Radio-Welle 16”, den Krankenhaus-Funk im Elisabeth-Krankenhaus in Niederwenigern.

Von 1986 bis zum Februar 1998 arbeitete Dieter Jaeschke als Freier Mitarbeiter für die Hattinger Zeitung (Spezialgebiete: Reportage, Stadtgeschichte und Niederwenigern), anschließend bis 2007 für die WAZ-Lokalredaktion in Dortmund.

„Zwischen 1988 und 1990 war ich zudem erster und in dieser Zeit auch einziger Zivi beim Caritas-Verband Hattingen”, erinnert sich Dieter Jaeschke heute.

Michael Brandhoff

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