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Handarbeit für den Mund

14.04.2010 | 20:48 Uhr
Handarbeit für den Mund

Hattingen. Peter Bachmann führt seit 1981 die Geschäfte der Firma Dentaltechnik Müller und Bachmann.

Peter Bachmann hat gerade mehrere Baustellen: neben dem Zahnersatz, den das Labor von Dentaltechnik Müller und Bachmann herstellt, organisiert der Geschäftsführer den Umzug der Firma von Holthausen in die Kreisstraße. Der steht für den Sommer 2010 an. Zwischen Terminen mit den Handwerkern, erzählt der 63-jährige Zahntechnikermeister von seinem Beruf.

Die Idee dazu habe er schon früh gehabt, sagt Bachmann. „Etwas mit den Händen herstellen – das war es, was mich interessiert hat.“ Hinzu kommt das Tageswerk. Am Ende des Tages etwas fertig gestellt zu haben, das habe ihn fasziniert. Auch heute noch. „Es ist für mich einfach ein schöner Beruf“, sagt er.

Bachmann führt seit dem Jahr 1981 mit Gabi Panhas die Firma. Beide lernen sich zuvor in einem anderen Labor kennen. Gabi Panhas ist aber gerade im Urlaub und hieß früher Müller – daher auch der Name des Dentallabors.

Das hat bereits mehrmals seinen Standort gewechselt. Von der Augustastraße ziehen Bachmann und Kollegen im Jahr 1988 an die Bruchstraße. Seit 1999 arbeiten sie in Holthausen.

Nun heißt es für die 12 Mitarbeiter wieder: Technik einpacken. Eine Nachbarfirma vergrößere sich und das Labor zieht in die Innenstadt.

Bachmann selbst ist Hattinger und wohnt auch in der Stadt. Nach der Realschule Welper absolviert die Ausbildung in Blankenstein. Als nächste Station folgt Düsseldorf: Meisterschule. Bachmann: „Den Wunsch nach Selbstständigkeit hatte ich aber schon als Jugendlicher.“

Der Chef beschreibt sich als „nicht herrisch“ und mit einem offenen Ohr für seine Mitarbeiter. „Ich bin weniger Chef als Kollege, sage aber wo es langgeht.“ Das entspreche auch seinem Wunsch von früher selbstständig zu arbeiten.

Seitdem verarbeitet Bachmann Kunststoffe, Edelmetalle und Keramiken zu Kronen und Brücken. Inzwischen sitzt der Chef wieder öfter am Werktisch und modelliert Zahnersatz. „Zurück zu den Wurzeln“, sagt er. Dabei hat er sich in den Vorjahren stärker aus der handwerklichen Arbeit herausgenommen. Dafür lagen Kundenbetreuung und Verwaltung im Fokus.

Viel technischer sei die Arbeit geworden, sagt Bachmann zur Frage nach der Veränderung im Beruf. Und zeigt beim Gang durch den Betrieb Technik: neben Laserschweißen und CAD-Cam zur Visualisierung arbeitet das Zahnlabor mit Fräsen und computergestützten Öfen. Darin schmelzen Stoffe, die die Raumfahrt als Hitzeschild verwendet, auf die entsprechende Größe. Dennoch: ohne Handarbeit geht es nicht.

Auch nicht in der Freizeit. Da tauscht Bachmann Werkzeuge gegen Trommelstöcke. Mit drei Freunden spielt er populäre Rockmusik. „Vor allem aus den 60er Jahren“, sagt der Autodidakt. Er nennt die Beatles und die Hollies als Einfluss. Sonst fährt er gerne Rad und ist Mitglied im Lions Club – „eine soziale Aufgabe“.

Timo Klippstein

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