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Modernisierung

Halbzeit für Südstadt-Umbau

24.09.2012 | 18:31 Uhr
Halbzeit für Südstadt-Umbau
Die soeben fertiggestellten Wohnungen der Klimaschutzsiedlung in der Schillerstraße haben bodentiefe Fenster auf der Südseite bekommen.Foto: Udo Kreikenbohm

Hattingen.   500 Wohnungen fertiggestellt. Nächster Bauabschnitt: Familienquartier

In der Südstadt hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Seit 2007 führt die HWG dort umfassende Modernisierungsarbeiten durch. Von insgesamt 1200 Wohnungen werden etwa 1000 umgebaut, modernisiert und teilweise zusammengelegt, um größeren Wohnraum für Familien zu schaffen. Etwa 500 Wohnungen konnten inzwischen fertiggestellt werden.

Klimaschutzsiedlung

Der fünfte Bauabschnitt, die sogenannte Klimaschutzsiedlung, zwischen Schillerstraße, Uhlandstraße und Raabestraße ist gerade fertig geworden und die Mieter bereits eingezogen. In den einzelnen Bauabschnitten hat die HWG thematische Schwerpunkte gesetzt. Herausgekommen sind dabei unter anderem ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt, barrierefreie Neubauten, CO2-neutrale Passivhäuser und zuletzt die Klimaschutzsiedlung, bei der unter anderem der Heizbedarf dadurch niedrig gehalten werden soll, dass es auf der Südseite des Hauses bodentiefe Fenster gibt, die die Wärme aufnehmen sollen, während die Fenster auf der Nordseite kleiner gehalten wurden, damit sie nicht so viel Wärme nach außen abgeben. Damit es den Mietern im Sommer nicht zu warm wird, gibt es an allen Fenstern, die nach Süden raus gehen, elektrische Rolläden.

Auf eine Klimanlage wurde allerdings aus Energiespargründen verzichtet. Natürlich werde nicht nur bei Passivhäusern und Klimaschutzsiedlung auf Energieeffizienz geachtet, betonte HWG-Vorstand David Wilde. Vielmehr verfügten alle Wohnungen nach den Umbauarbeiten über neue Heizanlagen und fortschrittliche Wärmedämmung.

So auch der soeben gestartete sechste Bauabschnitt, bei dem das familiengerechte Wohnen in den Mittelpunkt gestellt wird. Das neue Familienquartier entsteht in der Mitte der Siedlung, zwischen Kindertagesstätte, Grundschule und Eltern-Kind-Zentrum. Bei den jetzt anstehenden Umbauarbeiten geht es in erster Linie darum, mehr Platz für Familien zu schaffen.

Große Balkone und kleine Gärten

In der Eichendorffstraße 1-7, wo die Arbeiten bereits begonnen haben, werden im Erdgeschoss und in der ersten Etage je zwei Wohnungen zu einer großen Wohnung zusammengelegt. Das Dachgeschoss wird ausgebaut, so dass pro Wohnung dann über 100 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung stehen. Dazu kommt im Erdgeschoss ein kleiner Garten und im ersten Stock, sowie im Dachgeschoss ein großer Balkon. Außerdem seien weitere sinnvolle Ergänzungen für Familien mit kleinen Kindern angedacht, etwa Abstellboxen für Kinderwagen und Sicherheitsausstattung in den Wohnungen.

80 Prozent der Mieter bleiben der Südstadt treu

Das Großprojekt Südstadtmodernisierung scheint sich für die HWG zu lohnen, denn so Vorstand David Wilde: „Wir haben sogar wieder Wartelisten. Das hatten wir jahrzehntelang nicht.“ Und auch von Familien werde die Lage jetzt wieder deutlich mehr nachgefragt. „In den 70er Jahren haben da auch Familien gewohnt,“ sagt Wilde, „aber damals ein bisschen beengter.“ Im neuen Familienquartier soll es deutlich mehr Platz für sie geben. Doch wie wirken sich die jahrelangen Baumaßnahmen auf die bisherigen Bewohner aus, die teilweise schon in den 50er Jahren in die Häuser eingezogen sind, als diese gerade neu gebaut waren? Bisher seien etwa 80 Prozent von ihnen innerhalb der Südstadt umgezogen, bevor in ihrem Haus die Bauarbeiten losgingen, meist in bereits modernisierte Wohnungen, so zumindest die letzten erfassten Zahlen, die etwa ein halbes Jahr alt sind.

Mieten steigen auch für Altmieter

So schön eine neue moderne Wohnung ist, auf Mieter, die seit Jahrzehnten in der selben Wohnung gelebt haben und bisher einen Quadratmeterpreis von wenig mehr als drei Euro bezahlt haben, kommen in Zukunft höhere Kosten zu. In den großen Wohnungen im Familienquartier etwa, haben die Erstbezieher Einfluss darauf wie hoch ihre Kaltmiete wird. Bei sechs Euro pro Quadratmeter geht es los, allerdings müssen die Mieter dann noch selbst mitanpacken und Laminat oder PVC verlegen, die Wohnung wird dann nur mit Estrich übergeben. Mit Parkett wird es noch etwas teurer. So besonders teuer ist die Miete in den sogenannte 0-Emissions-Häusern. Da liegt der Quadratmeter kalt bei acht Euro. Allerdings fielen dafür auch kaum Heizkosten an und insgesamt werden sie durch die Sanierung geringer. Und, so sagt David Wilde, die HWG werde dafür Sorge tragen, dass die Kosten für Mieter, die schon lange in der Südstadt wohnen, sich nach der Modernisierung nicht verdoppelten.

Dinah Büssow

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