H1N1: Stadt beruft Arbeitsgruppe
11.08.2009 | 18:39 Uhr 2009-08-11T18:39:00+0200Eine Woche vor dem Schulstart klären zwölf Mitarbeiter organisatorische Fragen. EvK-Chefarzt beruhigt.
Die Schule startet am kommenden Montag: Daran hat die Schweinegrippe nichts ändern können. Aber wegen ihr gibt es nun eine Arbeitsgruppe in Hattingen, die gestern erstmals tagte. Zwölf Mitarbeiter vom Fachbereich Ordnung, der Organisationsabteilung und der Feuerwehr beschäftigen sich auch mit Fragen wie: Wer kauft die Seife für die Schulen, wer bringt sie wohin, sagt Stadtsprecher Thomas Griesohn-Pflieger.
Dr. Helfried Waleczek, Chefarzt der Chirurgie am Evangelischen Krankenhaus, beruhigt: „Es ist die harmloseste Grippe seit Jahrzehnten”. Auch wenn die Spätfolgen natürlich noch nicht absehbar seien. Ansonsten sei die Schweinegrippe eine gute Übung, sagt der Chefarzt. Und meint das ernst: „Wir lernen, wie gut wir mit solchen Situationen umgehen.” Sie könnten überprüfen, ob alle Ärzte schnell informiert werden. Zukünftig werde es auch darauf ankommen, wie Nicht-Profis reagieren. Wenn es irgendwann wirklich gefährlich wird, sind bestenfalls alle gut vorbereitet – dank Schweinegrippe.
Dank der ist jetzt der Alltag einer fünfköpfigen Familie aus Welper völlig durcheinander geraten. Vorweg: Der 14-jährige Sohn hat keine Schweinegrippe. Aber auf das Ergebnis des Schnelltests warteten sie vier Tage, statt wie üblich einige Stunden. Eine Zeit, in der er isoliert im Dachgeschoss lag. In der seine Mutter ihm Essen mit Mundschutz und Handschuhen reichte. „Müssen wir uns alle testen lassen”, fragte sich die 45-Jährige. Ihr Sohn war aus Spanien zurückgekehrt. Mit Husten, Fieber, Niesen, dick geschwollenen Augen. Seine Schwester brachte ihn vor das Evangelische Krankenhaus, wo die Ärzte den Abstrich nahmen, Tamiflu verschrieben.
Dann verstrich ein Tag nach dem anderen. Wie sollte die Mutter sein Geschirr spülen, um Viren abzutöten? „Ich erfuhr, dass die bei 60 Grad sterben, wenn die Maschine eine halbe Stunde läuft.” Nur seine blauen T-Shirts konnte sie ja nicht bei 60 Grad waschen. „Also kaufte ich Desinfektionsmittel.” Sie löcherte Hausarzt, Krankenhaus-Personal und Krankenkasse: „Alle waren nett, aber total überfordert.” „Es ist eine wahre Informationsflut, was die Schweinegrippe betrifft”, bestätigt Beate Hanak, Sprecherin der Techniker Krankenkasse. Stündlich ändere sich etwas. Zum PCR-Test, bei dem Blut abgenommen wird, oder auch zum Schnelltest mit Abstrich.
Die Familie aus Welper wandte sich schließlich an Dr. Helfried Waleczek, der herausfand: Das Testergebnis liegt vor und ist negativ. In der Hektik haben wohl alle auf dem Schreiben vom Krankenhaus überlesen, dass sich beim positiven Ergebnis längst das Gesundheitsamt hätte melden müssen. Damit Patienten mit Fragen nach dem Schnelltest gleich an der richtigen Stelle im EvK landen, ist der Zettel jetzt geändert worden: Dort steht nun die Durchwahl zum Internisten-Sekretariat.
Tipps zur Vorbeugung
Die Schweinegrippe wird durch Influenzaviren (Stamm meist H1N1 oder H3N2) beim Hausschwein verursacht und kann einfach vom Schwein auf den Menschen übertragen werden. Um die Kette der Ansteckung zu unterbrechen rät die Techniker Krankenkasse: Hände mehrmals täglich 15 Sekunden einseifen, zur Begrüßung auf Küsschen und Händedruck verzichten, Knöpfe im Fahrstuhl mit dem Taschentuch drücken, in den Ärmel statt in die Hand Husten.
08:53
Krankenkassen verdienen an der Grippe??
20:02
Na, dann schaun wir mal, wieviele Hattinger Berührung mit Schweinen hatten. 8)
Diese Hype ist doch wirklich lächerlich.
Nicht lächerlich ist allerdings, wieviele Millionen die Pharmaindustrie damit verdient!
Und Krankenkassen und Co. hängen sich dran.
Bürger erwachet!