Grüne Damen und Herren in Hattingen gesucht

Grüne Damen und Herren im EvK: Hier sind Sigrun Wiesenhöfer (l.) und Bärbel Ziolkowski im Gespräch mit Patient Harald Krischat.Foto:Archiv, Volker Speckenwirth
Grüne Damen und Herren im EvK: Hier sind Sigrun Wiesenhöfer (l.) und Bärbel Ziolkowski im Gespräch mit Patient Harald Krischat.Foto:Archiv, Volker Speckenwirth
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Was wir bereits wissen
Das Team, das die Seelsorger im EvK entlastet, schrumpft. Durch eine Qualifizierung sollen neue Ehrenamtliche hinzugewonnen werden

Hattingen..  20 Grüne Damen und Herren entlasten das Seelsorgeteam um Pfarrer Wilfried Ranft und Christa Potthoff im EvK. Das ist jedoch noch zu wenig, um im Schnitt alle 260 Patienten zu erreichen. Durch eine Qualifizierung soll das Team aufgestockt werden.

Es geht im Wesentlichen darum, Zeit für andere mitzubringen. Die Ehrenamtlichen, die für drei Stunden pro Woche auf einer Station eingesetzt werden, unterhalten sich mit den Patienten, erledigen kleine Wege innerhalb des Krankenhauses oder gehen mit den Patienten spazieren. Neben dem Besuchsdienst, der seit zwölf Jahren besteht, gibt es seit 2008 einen Lotsendienst.

Langfristiger Einsatz gewünscht

Dieser empfängt Besucher und Patienten im Eingangsbereich und hilft bei der Orientierung im Haus. „Wir können als Seelsorger nicht für alle Patienten da sein. Die Grünen Damen und Herren nehmen uns die Begleitung ab“, erklärt Wilfried Ranft. Doch das Team schrumpft, dagegen möchte die Krankenhausseelsorge etwas tun.

Mit einer Qualifizierung, die vom Bundesverband der Grünen Damen in Berlin getragen wird, sollen neue Ehrenamtliche gefunden werden, die langfristig eingesetzt werden können. Das aktuelle Durchschnittsalter der Ehrenamtlichen liegt bei über 60 Jahren. Aus gutem Grund: „Wir brauchen Leute, die Zeit für Aufgaben haben und beruflich nicht mehr eingespannt sind. Vor einiger Zeit hatten wir mal jüngere Leute dabei, die aber aufgrund ihres Berufs wieder aussteigen mussten“, bedauert der Pfarrer. Nun hofft er auf eine Handvoll neuer Kräfte, die auch bleiben werden.

Der Patientendurchlauf im Hattinger Krankenhaus ist hoch. Die durchschnittliche Liegezeit beträgt fünf Tage. Da soll jeder Patient mindestens einmal besucht werden. „Das muss nicht täglich sein, aber der Dienst ist wertvoll, um überhaupt alle zu erreichen“, findet Ranft. Viele Patienten äußern den Wunsch nach seelischer Unterstützung und fragen nach einem Pfarrer. Die Grünen Damen lernen deshalb, sich auf Gespräche einzulassen, sie geschickt und angemessen zu führen und sensibel zuzuhören.

„Wir können nicht jeden auf die Patienten loslassen“, betont Ranft, der eine Qualifizierung als notwendig betrachtet, zu der es am Donnerstag, 18. Juni, um 16.30 Uhr eine Informations-Veranstaltung im Raum der Stille am EvK geben wird. Interessierte sollten offen, zuverlässig und seelisch belastbar sein. Darüber hinaus wird nach Aufnahme der Arbeit in Gruppen über die Aufgaben reflektiert.

In den vergangenen Jahren gab es kaum Rückmeldungen auf Suchanfragen. Überall werden Ehrenamtliche gebraucht, die Konkurrenz für die Grünen Damen ist daher groß. Wenn aus den 20 Personen wieder 25 Ehrenamtliche werden – so viele waren es zum Start im Jahr 2003 –, wäre Wilfried Ranft schon zufrieden.