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Schäfer hat Ärger mit Hundehaltern - Hunde reißen Schafe an der Ruhr in Hattingen

02.07.2013 | 20:00 Uhr
Schäfer hat Ärger mit Hundehaltern - Hunde reißen Schafe an der Ruhr in Hattingen
Schäfer Erwin Biedermann und sein Schafe verweilen zurzeit auf der Hundewiese an der Ruhr in Hattingen. Foto: Volker Speckenwirth

Hattingen.  Schäfer Erwin Biedermann verbringt mit seiner Schafherde einige Zeit in einem abgezäunten Bereich einer Hundewiese an der Ruhr in Hattingen. Doch das Zusammenleben mit einigen Hundehaltern gestaltet sich laut dem Schäfer sehr schwierig. Hunde hätten sogar schon Schafe zu Tode gebissen.

Erwin Biedermann hat vor 45 Jahren den Beruf seines Großvaters übernommen – er ist Schäfer aus Tradition. Mit einer Herde von rund 350 Muttertieren plus Nachwuchs kommt der Mann aus Unna zwei Mal im Jahr nach Hattingen. Für einen Tag verweilen seine Schafe dann auf einem gepachteten Stück Weide an der Ruhr und danach zehn bis 14 Tage in einem abgezäunten Bereich auf der Hundewiese – ein Aufenthalt, der für einige seiner Tiere in der vergangenen Zeit tödlich ausgegangen ist.

Schafe werden gejagt und getötet

„Viele der Hundebesitzer, die regelmäßig unter der Woche zur Hundewiese kommen, kennen mich und meine Herde“, erzählt der Schäfer. Mit diesen Leuten herrsche ein freundliches und respektvolles Miteinander. Doch es gibt auch Ausnahmen, meist von außerhalb. Laut Erwin Biedermann sind dies Hundebesitzer, die verärgert auf die Schafsherde reagieren.

„Manche gehen mit ihren Hunden einfach über den Zaun, einfach, weil sie es gewohnt sind, und diesen Spaziergang am Wochenende immer machen“, so der Schäfer. „Für eure stinkenden Schafe binden wir unsere Hunde nicht an die Leine“, bekomme er dann beleidigend zu hören. Das Resultat? Schon oft wurden Schafe von Hunden gejagt, ertranken dann in der Ruhr oder wurden zu Tode gebissen. Erst vor einigen Tagen ereignete sich so eine dramatische Szene auf der Bochumer Seite der Ruhr.

Obwohl Erwin Biedermann mit seinem Wohnwagen ganz nah an der Hundewiese lebt, kann er nicht 24 Stunden vor Ort sein. Daher hat der Schäfer große Angst um seine Tiere. Denn als es in der Vergangenheit zu Unfällen kam, riefen die Hundebesitzer fast nie die Polizei.

Schafe liefern quasi unentgeldliche Landschaftspflege

Rund um die Uhr kontrolliert der Schäfer also die Zäune. „Wenn ein Schaf in Panik gerät, drehen alle durch, das ist der Herdentrieb“, erklärt er. Kommt es zum Tod von Muttertieren, verenden auch die kleinen Lämmchen elendig, weil sie außer Muttermilch nichts trinken.

Neben den traurigen Unfällen müsse auch beachtet werden, dass er als Schäfer die Verluste oft ohne Entschädigungen hinnehmen muss. Und dies, obwohl die Herde die für Menschen giftige und an der Ruhr hoch gewachsenen Herkulesstauden frisst, so dass die Stadt an dieser Stelle nicht mähen muss. „Das ist quasi eine unentgeltliche Landschaftspflege“, betont der Schäfer. Für die Zukunft, sagt Erwin Biedermann, wünsche er sich, „dass alle Hundebesitzer Rücksicht auf die Schafe nehmen und ihre Hunde nicht zu nah an den Zaun laufen lassen oder sie an die Leine nehmen“.

Lisa Flieger

Kommentare
29.08.2014
21:42
Schäfer hat Ärger mit Hundehaltern - Hunde reißen Schafe an der Ruhr in Hattingen
von gaukely | #14

Kann ich nur bestätigen. Die meisten Hundehalter sind rücksichtsvoll, doch es gibt eben auch Ausnahmen, die partout nicht einsehen wollen, dass auch...
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Schäfer hat Ärger mit Hundehaltern - Hunde reißen Schafe an der Ruhr in Hattingen
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http://www.derwesten.de/staedte/hattingen/grosse-sorge-um-die-schafe-id8142150.html
2013-07-02 20:00
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