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Stadtmuseum

Große Eisdiele, kleine Burg

13.12.2009 | 17:29 Uhr

Die Luftbild-Ausstellung von Hans Blossey wirkt nach: Schüler haben ihre Sicht auf die Draufsichten erarbeitet.

Hans Blossey legt sich fürs Foto zwischen die Kinder und die Modelle der Stadtteile. Die haben die Schüler anhand der Luftbilder seiner Ausstellung gebastelt. Und damit die Perspektive von oben kreativ umgesetzt. Im Stadtmuseum haben sie die Ergebnisse jetzt in einer kleinen Ausstellung präsentiert.

Der Fotograf liegt unten auf der Erde. Und wechselt damit kurzzeitig seine sonst übliche Position: vom Auslöser in der Luft vor das Objektiv auf den Boden. „Die Ausstellung hat mir viel Spaß gemacht”, sagt Hans Blossey. Seine Bilderschau über den Dächern Hattingens bildete die Grundlage für Grund- und Gesamtschüler. Die haben zuerst die Ausstellung besucht. Museumspädagogin Gudrun Schwarzer: „Sie haben die Fotos erforscht, neue Perspektiven ihrer Stadt entdeckt.” Spannend, wenn sie dabei die eigene Straße wiederfinden. Das Team vom Stadtmuseum hat die Gebäude aus Pappe und Gips nach Stadtteilen geordnet und während des Wochenendes ausgestellt.

„Ihr kennt eure Stadt besser als ich”, sagt der Fotograf mit Blick auf Miniatur-Welper. Dort steht der neue Supermarkt an der Marxstraße – ein rot angemalter Schuhkarton. Die Buchstaben P auf der Pappe davor stellen den großen Parkplatz dar. Auch den Gemeindewald mit dem städtischen Friedhof haben die Kinder bedacht. Und das Freibad mit Rutsche.

Nebenan: Klein-Blankenstein. Kirche, Burg, Eisdiele. Moment mal: „Die Eisdiele aus Ton ist ja größer als das Modell der Burg Blankenstein”, wundert sich Hans Blossey. „Ist halt auch eine Wertigkeit”, sagt Gudrun Schwarzer lachend. Weiter geht's durch die Stadtteile. Blossey berichtet vom Fotografieren und vom Fliegen. Ob er nicht beim Looping die Decke polstern müsse, fragt ein Junge. Da lachen alle.

Blossey beschreibt ihnen wie er arbeitet. Mit einem Copiloten, der fliegt, während er die Fotos schießt. „Machst du die Fotos aus dem Fenster oder öffnest du die Tür”, fragt ein anderer Schüler. Durchs Fenster und mit einer Kamera am Flugzeug, lautet die Antwort des 57-Jährigen.

Auch bei den Modellen im Rauendahl gibt es viel zu entdecken. Kurz muss Blossey überlegen: Welche Brücke ist gemeint? Die Ruhrbrücke scheidet aus – „fließt ja kein Wasser darunter her”. Die Fußgängerbrücke natürlich. Neben dem großen Kindergarten aus Pappe steht ein Haus. Das Besondere: Das Dach lässt sich abnehmen. Es ist der Jugendtreff und der Blick von oben enthüllt beim Modell: den Billard-Tisch.

Blossey blickt auf sein Foto, auf dem die Kanuten die Ruhr befahren – ein beliebtes Motiv auch bei den Schülern: „Ich finde es erstaunlich, dass sich die vielen Details und Kleinigkeiten so groß darstellen lassen.”

Timo Klippstein

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