Golfplatz hat bald eine Gastronomie

Hans Tytko (70) nutzt gerne den Golfplatz.
Hans Tytko (70) nutzt gerne den Golfplatz.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Rohbau des Clubhauses am Kemnader See steht. Hans Wilms, Inhaber des Golfclubs für jedermann, hofft auf eine Fertigstellung im Sommer. Er kämpft seit Jahren gegen Vandalismus und Herkulesstauden.

Hattingen..  Der Rohbau steht. Im Sommer könnte das Gastronomie-Gebäude des Golfclubs am Kemnader See fertig sein, hofft Hans Wilms, Club-Inhaber und -Betreiber. „Sollte es Herbst darüber werden, ist es auch in Ordnung“, betont der 55-Jährige. Denn sein Gastro-Bau beschäftigt ihn jetzt schon seit fünf Jahren.

Am 2. Oktober 2003 hat Wilms seine Driving Range („Abschlagwiese“) auf dem Grundstück „In der Lake“ eröffnet, im April 2009 folgte der Golfplatz. Ein Clubhaus und Gastronomie waren geplant. Baubeginn war aber erst 2014.

Die Idee, am Kemnader See einen Golfplatz zu errichten, habe es schon Ende der 1990er Jahre gegeben, erzählt Hans Wilms. Darüber hatte er mit Klaus-Dieter Beier, dem früheren Geschäftsführer der Freizeitzentrum Kemnade (FZK) GmbH gesprochen. Von der FZK hat Wilms sein Golfgelände schließlich gepachtet. Dass er es als Unternehmer an diesem Standort nicht leicht haben würde, hat er damals nicht geahnt.

Wilms ist ehrlich: „Heute, rückblickend, würde ich hier keinen Golfclub mehr eröffnen.“ Bei seinem Start habe er auf dem Gelände eine wilde Kippe vorgefunden, mit Müll-, Farb- und Teppichresten. Dort, wo jetzt der Rohbau des neuen Clubhauses steht, war ein altes, rund 80 Quadratmeter kleines Haus „mit ganz viel Schimmel“, das er schließlich abreißen ließ. Das Bewilligungsverfahren für den Bau des neuen Hauses gestaltete sich zäh.

Provisorium in Containern

Wilms und sein Team behelfen sich immer noch mit drei Containern – ein Provisorium. In einem Container sind die Toiletten untergebracht, in einem anderen kann man sich die Golfausrüstung leihen und bezahlen. Immer noch befinde sich sein Golfclub für jedermann, der eine 9-Loch-Anlage und heute 350 Mitglieder hat, im Aufbau, betont Wilms.

240 Quadratmeter Nutzfläche hat der eingeschossige Bau, der bald die Club-Gastronomie beherbergen wird. „Da sollen, wenn wir ein Turnier spielen, 50 Leute Platz haben. Außerdem wird es draußen einen Biergarten geben.“

Einen Betreiber für die Gastronomie, die gutbürgerliche Küche zu günstigen Preisen anbieten soll, hat Wilms schon, sagt er. Einen Namen nennt er nicht. Wichtig ist ihm, „dass dies kein Angebot nur für Golfer sein wird, sondern auch für Spaziergänger, Radfahrer und Inliner, die hier vorbeikommen“. Die Verwaltung des Golfclubs soll nicht ins Gastro-Haus ziehen. „Das will ich trennen.“ Wilms plant direkt nebenan noch eine Halle für Maschinen. „Da soll es dann auch ein Club-Büro geben.“

Vandalismus und Einbrecher

In den vergangenen Jahren wurde Wilms’ Platz immer wieder Ziel von Einbrechern und Vandalen. „Mir wurden auch einmal alle Maschinen geklaut.“ Nur ein einziges Mal seien zwei Täter von der Polizei gefasst worden. „Auf dem durch sie verursachten Schaden in Höhe von 14 000 Euro bin ich sitzengeblieben. So etwas macht wirklich keinen Spaß.“ Nicht zuletzt kämpft der Mann gegen viele Ratten und Herkulesstauden auf seinem Gelände.

Er betont, dass sein Golfplatz heute in einem „Superzustand“ sei. Man kooperiere mit der Bochumer Uni, Studenten absolvieren bei ihm Kurse. „So etwas macht Freude.“ Freude machen dem 55-Jährigen auch Bienenvölker, die zu Forschungszwecken auf dem Gelände stehen. „Und neue Freundschaften“, wie Hans Wilms betont – die sich auf seinem Golfplatz am See anbahnten.