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Gleichstellung mit halber Stelle

13.06.2012 | 22:14 Uhr
Gleichstellung mit halber Stelle
Ingrid Wawrzyniak war Frauenbeauftragte im Frauenbüro in Hattingen. Nun ist sie im Ruhestand.

Dass die Gleichstellung nicht die gleiche Stellung haben würde, was den Arbeitsplatz von Ingrid Wawrzyniaks Nachfolgerin angeht, ist seit einiger Zeit klar. Jetzt haben sich die Modalitäten geändert: Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch setzt auf „Qualität statt Quantität“. Die Stadt sucht zum 1. Oktober keine schlechter bezahlte Gleichstellungsbeauftragte, die weniger Qualifikation mitbringen muss. Die Abstriche macht sie bei der Arbeitszeit – und sucht eine Halbtagskraft.

Dass die Gleichstellung nicht die gleiche Stellung haben würde, was den Arbeitsplatz von Ingrid Wawrzyniaks Nachfolgerin angeht, ist seit einiger Zeit klar. Jetzt haben sich die Modalitäten geändert: Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch setzt auf „Qualität statt Quantität“. Die Stadt sucht zum 1. Oktober keine schlechter bezahlte Gleichstellungsbeauftragte, die weniger Qualifikation mitbringen muss. Die Abstriche macht sie bei der Arbeitszeit – und sucht eine Halbtagskraft.

„Hattingen hat freie Stellen“, hatte die Stadt am Samstag in der WAZ inseriert, und eine dauerbeschäftigte Gleichstellungsbeauftragte in Teilzeit für 19,5 Stunden die Woche gesucht. Sie soll Hochschulstudium, Sozialkompetenz, Eloquenz, Konfliktfähigkeit und Durchsetzungsvermögen mitbringen und sich in Gleichstellungspolitik auskennen. Dotiert ist die Stelle nach Entgeltgruppe 13 TVöD, dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Die Unterlagen der Bewerberinnen erwartet das Personalamt bis zum 6. Juli.

Von der Kursänderung verständigte die Bürgermeisterin den Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Was für Empörung bei Frank Staacken (Grüne/FWI) sorgte. Der Ratsbeschluss schreibe eine ganze, zwei Stufen geringer dotierte Stelle vor. Diesen Beschluss jedoch hatte Goch als Empfehlung aufgefasst. Eine Richtung, die die Stadt bereits im Januar vertreten hatte. Die Einwohnerzahl gebe die volle Stelle nicht vor, „sonst müsste Dortmund vier Gleichstellungsbeauftragte haben“.

Ingrid Wawrzyniak und Sylvia Zimmermann vom Frauentreff, der sich vehement für eine schnelle Wiederbesetzung der Stelle eingesetzt hatte, finden die halbe Stelle nicht gut, können mit dem Kompromiss aber eher leben als mit einer Ganztagsfrau auf einer E11-Stelle. Auf eine entsprechende interne Ausschreibung hatte es auch keine Bewerbungen gegeben. Wawrzyniak konnte das Dilemma der Bürgermeisterin nachvollziehen. Maßgabe der Kommunalaufsicht war, eine geringer dotierte Stelle auszuschreiben. Barbara Steffens, Ministerin für Emanzipation, hatte nach Abstimmung mit dem Innenministerium mitgeteilt, dass die Gleichstellungsbeauftragte nicht mehr im höheren Dienst sein soll.

Über die halbe Stelle ist Wawrzyniak nicht glücklich. „Ich hätte mir gewünscht, dass man die Stelle jetzt wenigstens mit 30 Stunden ausschreibt.“ Vielleicht lasse sich die Zahl später ein paar Stunden aufstocken, wie es in Sprockhövel der Fall gewesen sei. Montags beispielsweise sei Verwaltungsvorstandssitzung von 9 bis 12 oder 13 Uhr. Die Teilnahme sei wichtig, aber „der Montag weg und noch nichts getan“. Auch Sylvia Zimmermann ist nicht glücklich. Ihr ist es aber „lieber so“ mit Hochschulstudium und halber Stelle als abgespeckter Qualifikation.

Abgespeckt ist auch, was die Stadt als Arbeitgeber ausgeben muss: 29 000 Euro statt 50 000, hat Susanne Wegemann aus dem Pressebüro der Stadt ausgerechnet.

Brigitte Ulitschka

Kommentare
14.06.2012
08:08
Gleichstellung mit halber Stelle
von ro-fisch | #1

Der notwendige Zeitrahmen für die Aufgabenwahrnehmung einer Gleichstellungsbeauftragten ist gesetzlich geregelt. Falls die Stadt Hattingen aufgrund...
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Gleichstellung mit halber Stelle
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http://www.derwesten.de/staedte/hattingen/gleichstellung-mit-halber-stelle-id6763692.html
2012-06-13 22:14
Hattingen