Gleich und gleich traut sich gerne

Was wir bereits wissen
Seit dem Jahr 2002 haben 37 homosexuelle Paare in Hattingen eine eingetragene Lebenspartnerschaft anerkennen lassen.

Hattingen..  Die Hochzeit. Der schönste Tag im Leben, nicht nur von Mann und Frau, sondern seit zehn Jahren auch im Leben von homosexuellen Paaren, die ihre Beziehung als eingetragene Lebenspartnerschaft anerkennen lassen können. Auch wenn der rechtliche Name etwas sperrig klingt, ist es im Grunde eine gewöhnliche Eheschließung vor einem Standesbeamten. In Hattingen machten seit dem Jahr 2002 37 gleichgeschlechtliche Paare von ihrem neugewonnen Recht Gebrauch.

Während es in den ersten Jahren meist zwischen zwei und fünf Eheschließungen waren, lag die Zahl im vergangenen Jahr bereits bei acht. ­„Warum es auf einmal doppelt so viele waren wie sonst, kann ich auch nicht sagen“, so der Standesbeamte Thomas Wolf. Für 2012 gibt es bereits zwei Reservierungen. „Wir sind froh und dankbar. Denn für uns ist es eine willkommene Abwechslung.“

Auch wenn sich viel getan hat in punkto Gleichberechtigung, „muss man doch immer noch klar unterscheiden zwischen einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und einer gewöhnlichen Ehe.“ ­Viele Dinge seien eben immer noch nicht gleichgestellt.

Die Gesamtzahl der Hochzeiten in Hattingen hält sich unterdessen konstant. So haben sich im Jahr 2011 383 Paare das Ja-Wort gegeben. 2010 vermählten sich 407 Pärchen, 2009 waren es 399. „Die Zahl ist nicht so hoch. Ich denke, viele ziehen es vor, in Großstädten wie Köln zu heiraten“, glaubt Wolf.

Allerdings sei Hattingen, vor allem für auswärtige Heiratswillige, attraktiv. „Wir leben von unseren tollen Trauzimmern.“ Gemeint sind: das Standesamt, das Alte Rathaus, das Stadtmuseum, das Industriemuseum Henrichshütte und die Wasserburg Kemnade. Beliebtester Trauort in Hattingen: „Definitiv die Wasserburg. Dicht gefolgt vom Alten Rathaus“, sagt Wolf. „Es ist sehr romantisch und sieht toll aus“. Generell seien Ambiente-Trauorte momentan voll im Trend. „Und das bei homo- und heterosexuellen Paaren.“