Gift für Straßen und Wege
20.01.2010 | 17:33 Uhr 2010-01-20T17:33:00+0100Im ganzen Stadtgebiet hat der Dauerfrost schwere Schäden angerichtet. Nun will die Stadt zügig reagieren.
Breite Risse im Asphalt, tiefe Löcher in der Fahrbahndecke, hochgewölbte Wegplatten und Pflastersteine als Stolperfallen: Der Dauerfrost hat auf den Straßen und Gehwegen seine Spuren hinterlassen. „Wir haben mehr Schäden als in den vergangenen Jahren zu dieser Zeit”, sagt Stadtsprecherin Susanne Wegemann auf Nachfrage der Hattinger Zeitung.
Einen Überblick über das Ausmaß habe man noch nicht, „aber unsere Schadensliste ist lang und es kommen täglich neue Meldungen hinzu.” Besonders betroffen sei die Fußgängerzone der Innenstadt, die Schäden verteilen sich aber auch das gesamte Stadtgebiet. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: „Es ist kälter und länger kalt gewesen als in den vergangenen Jahren”, sagt Wegemann. So kam es zu einem einfachen physikalischen Prozess im Boden: Durch Schnee, Eis und Matsch sickerte Feuchtigkeit in die Pflasterfugen und unter die Steine. Bei anschließend einsetzendem Frost dehnte sich der Boden aus und drückte die Gehwegplatten und Pflastersteine nach oben und riss den Asphalt auf.
Obwohl sich drei Kolonnen der Stadtbetriebe sofort ans Werk machten, um die größten Löcher und Risse zu flicken, sind umfassende Reparaturen zurzeit nicht möglich: „So lange der Frost noch im Boden steckt, können wir wenig machen”, sagt Susanne Wegemann. Erst wenn die Temperaturen dauerhaft steigen, können alle Schäden beseitigt werden. Damit sei jedoch erst im März zu rechnen.
Kurzfristig und provisorisch
Trotzdem bemühen sich die Stadtbetriebe, bei akuter Unfallgefahr die Straßen und Wege kurzfristig und provisorisch auszubessern. Betroffen sei davon vor allem der Straßenasphalt, der an manchen Stellen mit Schlaglöchern übersät ist: „Den Straßenbelag haben besonders die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht zu schaffen gemacht. Die sind Gift für unsere Straßen”, sagt Wegemann.
Auf die Frage, ob die Schäden durch eine bessere Vorsorge seitens der Stadt hätten verhindert oder abgemildert werden können, antwortet die Stadtsprecherin ausweichend: „Wenn sich die Straßen in einem neuen oder sehr guten Zustand befinden würden, könnte nicht so viel Wasser in die Oberfläche eindringen und bei Frost Schäden verursachen.”
Die Stadt haftet
Kommt es auf Grund der losen Pflastersteine oder beschädigten Straßen zu Unfällen, müsste die Stadt wegen ihrer Verkehrssicherungspflicht haften. Deswegen bittet die Stadt die Bürger auch um erhöhte Achtsamkeit – und um ihre Mithilfe. Schäden können im Meisterbüro an der Engelbertstraße 3-5 unter 204 2315 gemeldet werden.
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