Gewerkschafter suchen Mitstreiter

Michael Krick
Michael Krick
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Was wir bereits wissen
Michael Krick führt den erst wenige Monate alten Verdi-Ortsverein in Hattingen. Er hofft auf mehr Beteiligung der 950 Mitglieder, „damit der Verein nicht stirbt“.

Hattingen..  950 Menschen, die in Hattingen wohnen oder arbeiten, sind Mitglied der Gewerkschaft Verdi. Für ihre Interessen setzt sich seit dem vergangenen Jahr ein eigener Ortsverein in der Ruhrstadt ein. An dessen Spitze steht Michael Krick. Und der wirbt für mehr Beteiligung in dem noch jungen Verein.

„Es muss ein Gegengewicht zum Arbeitgeber geben und jeder kann sich mit seinen eigenen Erfahrungen aus dem Arbeitsleben einbringen“, sagt Michael Krick. Der 60-Jährige ist Vorsitzender des Hattinger Verdi-Ortsvereins. Seit 25 Jahren engagiert er sich in der Gewerkschaft, ist seit 13 Jahren freigestellter Personalrat der Stadt Hattingen. „Wir müssen das, was unsere Vorkämpfer für uns erstritten haben, bewahren“, sagt er über sein Engagement. „Die Sozialleistungen sind das höchste Gut, das aufrechterhalten werden muss.“

Aus dieser Überzeugung heraus stellte sich Michael Krick zur Wahl. Auch, „weil sich kein anderer bereiterklärt hatte“, gibt er zu. Dabei hatte er sich beim ersten Gedankenaustausch im Jahr 2013 – zu dem mit fast 50 Menschen weit mehr als erwartet erschienen waren und wo die Idee eines eigenen Ortsvereins aufkam – noch nicht träumen lassen, einmal Hattingens ersten Verdi-Ortsverein zu führen. Nun möchte er mehr der 950 Mitglieder überzeugen, die Gewerkschaftsarbeit zu unterstützen und denen Hilfe anbieten, die an ihrem Arbeitsplatz Probleme haben.

„Die Resonanz ist noch nicht so groß“, bedauert Krick. Inzwischen besuchen noch um die 20 Leute die Versammlungen. Hans-Georg Harms, einer der Ideengeber für die Gründung des Ortsvereins, erklärt: „Es ist ein großer personeller und finanzieller Aufwand, fast 1000 Menschen Einladungen zu schicken. Deshalb machen wir das nur einmal im Jahr.“ Sonst werden Einladungen per E-Mail an die verteilt, die bereits Interesse gezeigt haben und in der Presse veröffentlicht.

Denn vorgenommen hat sich der Ortsverein, alle Anfragen – wenn möglich – selbst zu klären. „Wir wollen nicht einfach alles an den Bezirk weiterreichen“, so Krick. Doch dafür bedarf es der Erfahrungen vieler. „Mit ein paar Leuten können wir keine Bäume ausreißen“, mahnt der Vorsitzende.

Aber vor allem junge Menschen für die Gewerkschaft zu begeistern, sei schwierig. Erst wenn sie „Theater im Job haben“, werde die Gewerkschaft interessant. „Junge Gewerkschafter aus Überzeugung gibt es fast nicht mehr“, bedauert der 60-Jährige. Entsprechend sei ein Drittel der Hattinger Verdi-Mitglieder bereits im Rentenalter.

„Wir werfen die Flinte nicht ins Korn“, betont Michael Krick, sagt aber auch: „Ich wünsche mir, dass es mehr Interesse gibt, damit der Ortsverein nicht stirbt.“