Gespräche über Gott und die Welt
24.05.2011 | 16:44 Uhr 2011-05-24T16:44:00+0200
Hattingen. Landes-Präses Alfred Buß traf im Rahmen seiner Visitation im Ev. Kirchenkreis Hattingen-Witten mit den Bürgermeistern zusammen.
Eine Woche lang hat der Evangelische Kirchenkreis Hattingen-Witten Besuch von der Westfälischen Landeskirche im Rahmen einer Visitation (wir berichteten). Doch nicht nur um Gott, sondern auch um die Welt drehen sich die Gespräche.
Am Dienstag traf sich Präses Alfred Buß mit den Bürgermeistern des Ennepe-Ruhr-Kreises und der stellvertretenden Landrätin Iris Pott zum Gedankenaustausch auf Schloss Steinhausen in Witten. Denn Kirchen und Kommunen, so der Präses, haben durchaus etwas gemeinsam: Sie wollen nah am Menschen sein, denselben Menschen zumeist. Außerdem haben sie kein Geld. Deshalb regte die Hattinger Bürgermeisterin Dagmar Goch Netzwerke an, „in denen Kirchen ihr Wissen einbringen und starke Partner der Kommunen sein können. Denn die Kirchen können die Bürger aktivieren.“ Ein Beispiel sei die Hattinger Freiwilligen-Agentur.
Reichtum und Armut
Den krassen Gegensatz „zwischen privatem Reichtum und kommunaler Armut“ und die daraus entstehende Verantwortung hob Sprockhövels Bürgermeister Klaus Walterscheid hervor. „Es gibt einen Reichtum, der nicht in der Öffentlichkeit ankommt“, beklagte er. Doch gibt es auch Brücken. Superintendent Ingo Neserke zeigte am Beispiel der Quabed-Tafel, wie man arme und Geld verdienende Leute an einen gemeinsamen Mittagstisch bringen könne.
Wittens Bürgermeisterin Sonja Leidemann wies auf die Gefahren hin, die die Armut der Kommunen mit sich bringen könne: „Städte und Gemeinden sind die kleinsten Einheiten der Demokratie. Wenn die nicht funktionieren, dann funktioniert auch die Demokratie nicht.“ Das betonte auch Dagmar Goch: „Wir alle müssen gemeinsam für eine vernünftige Gemeindefinanzreform eintreten.“ Die Kirchen müssten als Partner für Lösungsmöglichkeiten gewonnen werden.
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