Geschäfte bieten Rabatte für Ehrenamtler

Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
300 Karteninhaber nutzen Vergünstigungen der 30 Angebote.

Hattingen..  300 kostenlose Ehrenamts­karten wurden bis heute an Freiwillige verteilt. „Die Idee ist, den Menschen, die sich viele Stunden ihres Lebens unentgeltlich engagieren, eine Wertschätzung zukommen zu lassen“, erklärt Andreas Gehrke von der Freiwilligenagentur. Diese Wertschätzung erfolgt in Form von Vergünstigungen und Rabatten, die die Stadt, Veranstalter und Geschäftsleute Karteninhabern gewähren.

Die Ehrenamtskarte wurde vor acht Jahren von der Landesregierung ins Leben gerufen – seit 2010 ist sie in Hattingen zu haben. „Derzeit gibt es hier rund 30 Angebote“, so Gehrke, „ich bemühe mich, jedes Jahr ein bis zwei Angebote mehr für die Ehrenamtlichen auszumachen.“ Viele Vergünstigungen bietet die Stadt: Rabatte bei Musik- und Kulturveranstaltungen, ein Leseausweis für die Stadtbibliothek für fünf statt 18 Euro, ermäßigte Eintritte in städtischen Schwimmbädern.

Auch Einzelhändler bieten Rabatte an. Derzeit gibt es in etwa zehn Läden Preisnachlass für Ehrenamtliche mit Karte: beim Schultenhof, Cecil, Street One, Tamaris, bei Feingehalt am Kirchplatz, der Parfümerie Pieper, Medicbalance im Zollhaus, in der Bismarck Apotheke, im Café Sprungbrett und bei Obi.

Bei Erig Heidenreich, dem Inhaber von Cityfoto in der Langenberger Straße, gibt es Passbilder für fünf Euro. „Leider habe ich keine Zeit, mich ehrenamtlich zu engagieren. Aber ich bin total sportbegeistert und finde es super, wenn sich Trainer oder Eltern in Sportvereinen ehrenamtlich engagieren.“ Er findet, mehr Menschen, die die Voraussetzungen mitbringen, sollten eine Ehrenamtskarte beantragen. Das sieht Andreas Gehrke genauso. „Viele Menschen haben sie nicht so auf dem Schirm. Dann müssen die Vereine und Organisationen tätig werden und ihre Mitglieder gezielt ansprechen“, findet er. Um die Karte zu erhalten, müssen Freiwillige seit mindestens zwei Jahren fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr unentgeltlich helfen.

Julian Diße hat seine Karte seit über einem Jahr. Der Vorsitzende der DLRG ist seit 23 Jahren Mitglied, leitet unter anderem die Schwimmausbildung. „Ich habe die Karte im Sportparadies Gelsenkirchen vorgezeigt und bin dort günstiger reingekommen“, so der 29-Jährige. Vergünstigungen in Hattingen hat er noch nicht genutzt, für ihn sind diese wenig attraktiv. „Ich würde es super finden, wenn man in Supermärkten Rabatt bekommt, damit man auch im Alltag einen Nutzen davon hat.“ Er schätzt die Karte aber auch, weil sie zeigt: „Ich engagiere mich ehrenamtlich.“