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Wie Geocacher und Gassigeher dem Wald Schaden zufügen

02.02.2015 | 09:00 Uhr
Wie Geocacher und Gassigeher dem Wald Schaden zufügen
Lennart NüferFoto: Volker Speckenwirth

Hattingen.  Menschen richten zunehmend Schaden in der Natur an und verscheuchen scheue Tiere. Was Gassigeher, Geocacher oder Walker im Wald beachten sollten.

„Hier leben doch gar keine Rehe mehr“, hörte Lennart Nüfer kürzlich von einem Waldnutzer. Der ehrenamtliche Vorsitzende der Bezirksgruppe Ennepe-Ruhr/Hagen-Dortmund des Waldbauernverbandes NRW stellt fest, dass sich in den letzten Jahren die Nutzung des Waldes verändert und das Wissen über die Natur abgenommen hat. „Viele wissen nicht um die Schäden, die sie in der Natur anrichten – und was im Wald erlaubt ist und was nicht“, ist der staatlich geprüfte Techniker für Gartenbau überzeugt, dem selbst 34 Hektar Wald gehören.

Ein großes Problem, so Nüfer, seien die Anhänger des Geocaching. „Früher blieben die Menschen auf den Wegen, schon um sich nicht zu verlaufen. Heute gehen sie GPS-gesteuert kreuz und quer durch die Natur, Trampelpfade entstehen.“ Das Problem dabei: Immer wieder werden Rehe beim Äsen auf Wiesen aufgescheucht. „Werden sie dauernd gestört, ziehen sie sich in Dickungen zurück, das ist dort, wo der Wald sich entwickelt, fressen da u.a. junge Buchen.“ Das schädigt den Wald. In drei Jahren sei ein Cache in einer Dickung im Bezirk 1200 Mal angelaufen worden. „Da muss man sich nicht wundern, wenn Schleiereulen sich andere Orte suchen.“

Wälder werden zunehmend nachts genutzt

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Vor 20 Jahren, weiß Förster Thomas Jansen von Wald und Holz NRW, zuständig für Hattingen, sei der Wald nachts nicht genutzt worden. „Heute hat keiner tagsüber Zeit, nutzt dann Stirnlampen und geht nachts los. Die gegenseitige Rücksichtnahme und das Verständnis für die Bewirtschaftung sind oft nicht sehr ausgeprägt. Und es wird schlimmer.“ Nüfer weiß von Nacht-Geocaching mit phosphoreszierenden Stecknadeln , die in Bäume gesteckt werden. „Das ist Sachbeschädigung“, sagt er. Und die Caches seien meist Plastikdosen, die später einfach als Müll zurückgelassen würden. Dass viele ihren Müll achtlos wegschmeißen, stellt auch WAZ-Leserbeirat Albert Hille fest: „Ich jogge im Wald in Welper, da ist kein Meter, auf dem nicht Müll liegt.“

Nüfer berichtet auch von Schäden durch Räder: „Wir müssen die Flächen gegen Erosion bewirtschaften – aber wenn Mountain-Biker eine Rille fahren, reicht ein Sommerregen, und der Berg liegt unten“, so Nüfer, der um Verständnis und Verhaltensveränderung wirbt.

Stefan Befeld, Sprecher von Wald und Holz NRW, sieht auch ein Problem, wenn im Winter Tiere, die „ihren Stoffwechsel aufgrund des niedrigen Nahrungsangebots herunterfahren“, immer wieder von Menschen gestört würden. Vielen Waldbesuchern sei nicht bewusst, dass sie zumeist in privaten Wäldern unterwegs seien.

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Kommentare
06.02.2015
12:21
Wie Geocacher und Gassigeher dem Wald Schaden zufügen
von Chefvomdienst | #36

Es sind ja immer die anderen. Wundert mich das man Radfahrer und Joggel nicht noch mit aufgeführt hat.
Was ist den mit den Jägern die meinen das man...
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Wie Geocacher und Gassigeher dem Wald Schaden zufügen
Wie Geocacher und Gassigeher dem Wald Schaden zufügen
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http://www.derwesten.de/staedte/hattingen/geocacher-trampeln-nachts-durch-den-wald-id10296501.html
2015-02-02 09:00
Hattingen