Gemüsescheune Hattingen will Vertrauen aufbauen

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Was wir bereits wissen
Besitzer Jobst Overbeck und sein Sohn Arnd wollen mit Friedhelm Liethmann die Adresse wieder nach vorne bringen. Bäckerei und Metzger im Haus. In 2016 sollen 40 000 Kilo Erbeeren geerntet werden.

Hattingen..  Mitten in der Scheune mit Markthallencharakter, umgeben von Obst und Gemüse, lassen sich Monika und Peter Woyck Möhreneintopf mit Frikadellen schmecken. Seit zwei Monaten ist Friedhelm Liethmann, der die Gemüsescheune Hattingen vor fast 30 Jahren aufgebaut und lange Zeit selbst betrieben hat, wieder am Start. Gekauft hat sie Jobst Overbeck. Gemeinsam wollen sie im Ortsteil und der näheren Umgebung „Vertrauen aufbauen“ bei den Kunden und die Gemüsescheune wieder nach vorne bringen.

Noch nicht alle Kosten abschätzbar

So riesig wie vorher wird sie vielleicht auch auf längere Sicht nicht ausfallen. Auch wollen die Verantwortlichen keinen Raketenstart hinlegen, sondern mit Bedacht ans Werk gehen und gemächlich an- und ausbauen. „Gewisse Investitionen“ werde er tätigen müssen, ist sich der neue Besitzer im Klaren. Über die Höhe der Summe, die in die Gemüsescheune gepumpt werden muss, will der 67-Jährige aber noch nichts sagen. Manche Untersuchungen und Prüfungen laufen noch, noch nicht alle Kosten können abgeschätzt werden.

Jobst Overbeck hat die Gemüsescheune, zusammen mit der Biogasanlage, Anfang des Jahres für eine Million Euro gekauft. Zu haben war nur das Gesamtpaket. Unterstützt wird Overbeck von seinem 38 Jahre alten Sohn Arnd. Der Steuerberater ist Geschäftsführer der Overbeck Agrar- und Umweltservice GmbH. Gemeinsam wollen sie ihre Pläne umsetzen. Und nicht nur das Vertrauen der Kunden nach der wechselvollen Geschichte der Gemüsescheune zusammen wieder aufbauen, sondern auch selbst vertrauensvoll zusammenarbeiten mit Liethmann. Die neuen Besitzer kommen aus der Landwirtschaft, sind im Ortsteil verwurzelt, häufig vor Ort anzutreffen und wollen mit diesem Pfund wuchern: der Ortsnähe und der Nähe zum Kunden.

Diese nehmen bei Sonnenschein immer zahlreicher auf den Bänken vor der Gemüsescheune Platz. In der Scheunenbäckerei holen sie sich Kaffee und Kuchen, stärken sich vor oder nach einem Spaziergang. Der Kuchen kommt fertig aus einer Langenberger Bäckerei. Brot und Brötchen werden von dort als Teiglinge – „nicht aus Polen“, scherzt Liethmann – geliefert und in den Steinbackofen geschoben.

Für den Mittagstisch sorgt Rainer Bottmer. Bei dem Bonsfelder können sich Kunden mit Wurst - und Fleischwaren aus eigener Schlachtung eindecken. Er war bereits vor einigen Jahren mit im Boot in der Gemüsescheune und hat jetzt wieder angedockt. Seine Schweine und Rinder lässt er übrigens in Essen schlachten.

Nicht mehr zu retten sind die Obstbäume, hat sich Jobst Overbeck von Fachleuten sagen lassen. Im Treibhaus sollen dafür im nächsten Frühjahr Erdbeeren wachsen. 40 000 Kilo will Liethmann ernten, darunter remontierende Früchte, die mehrmals im Jahr tragen. Damit Kinder Spaß am Aufenthalt in der Gemüsescheune haben, soll es auf dem Gelände auch Tiere geben.