Gemüsescheune bleibt zu, Biogasanlage läuft

Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Die Zukunft des beliebten Ausflugs- und Einkaufszieles ist ungewiss. Felder rund um die Biogasanlage sollen nach WAZ-Informationen weiter bewirtschaftet werden.

Hattingen..  Wenn das schöne Wetter jetzt hinaus in die Natur lockt, bleibt die Gemüsescheune im Hügelland als Rastpunkt für Erholungssuchende und Einkäufer weiterhin geschlossen: Ein neuer Pächter ist nach WAZ-Informationen noch nicht gefunden. Die Biogasanlage indes läuft weiter.

Anfang November 2014 feierten die Pächter der Gemüsescheune mit ihren Kunden Abschied vom alten Standort – für Ina Stock-Tonscheid und ihr Team ging es in den Alten Bahnhof Sprockhövel. Die Gründe: Die Stadt hatte eine größere Außengastronomie nicht genehmigt mit dem Hinweis, dass sie dem Konzept des sanften Tourismus’ widersprechen würde. Laut Pächterin gab es zudem massive Mängel am Gebäude wie undichte Dächer, die Heizanlage sei defekt gewesen. Ein Kaufangebot habe auch nicht zum Ziel geführt. Als Pächter habe man jedoch keine Investitionen tätigen wollen. Das Weitermachen jedenfalls sei an dem Standort unwirtschaftlich gewesen.

Nicht nur verlassen, auch verwahrlost sieht das Gelände an der Gemüsescheune inzwischen aus. Die Felder jedoch sollen nach WAZ-Informationen weiter bewirtschaftet werden. Unklar ist, wie es mit dem Direktverkauf weiter geht. Ein Pächter wird derzeit wohl gesucht, offenbar wird auch über Alternativen nachgedacht. Spruchreif ist bislang nichts. Es bleibt spannend, wie die Zukunft der Gemüsescheune aussieht.

Thomas Liethmann, der die Biogasanlage 2007 für 3,2 Millionen bauen ließ, hatte in dem Familienunternehmen zuletzt 8,2 Millionen Euro Schulden angehäuft. Das war 2008. Schon er hatte mit der Stadt um die Plätze in der Außengastronomie gerungen.

Vieles sollte dann anders werden auf dem etwa 35 000 Quadratmeter großen Grundstück, an das sich weitere 11 000 Quadratmeter Nutzfläche anschließen, als es Jupp Schücking für 550 000 Euro bei der Zwangsversteigerung Anfang Juni 2010 erwarb. Die Biosgasanlage hatte er 2008 gekauft. Der Wahl-Holländer trennte sich vom damaligen Unterpächter der Scheune, ließ zusätzliche Parkplätze schaffen. Die jetzt verwaist liegen.

Ina Stock-Tonscheid übernahm 2012 die Leitung der Scheune. Sie führte die von Schücking abgeschaffte Käsetheke wieder ein, baute einen Integrationsbetrieb auf. Nach Sprockhövel nahm sie fast alle Mitarbeiter mit und ohne Einschränkung mit. Sie bedauert, keinen Hinweis an der Scheune aufhängen zu dürfen, dass das Angebot plus Biergarten nun in Sprockhövel, Bahnhofstraße 3, zu finden ist. „Teils rufen Ex-Kunden an und fragen, wo wir jetzt sind.“