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Müllentsorgung

Gelbe Tonnen kosten 2,1 Millionen

25.02.2016 | 21:00 Uhr
Gelbe Tonnen kosten 2,1 Millionen
Foto: Monika Kirsch

Hattingen.  Umrüsten würde sich zudem bis zu zwei Jahre lang hinziehen. Elisabeth Henne erklärte im Ausschuss, wie die Abfallentsorgung im EN-Kreis funktioniert.

Ein Umrüsten der Abfuhr des Verpackungsmülls von Gelben Säcken auf eine Gelbe Tonne würde pro Haushalt 60 Euro kosten. Dies erklärte Elisabeth Henne von der Kreisverwaltung jetzt der Politik. Bei 35 000 Hattinger Haushalten entstünden somit erst einmal Fixkosten von 2,1 Millionen Euro. Eine Umsetzung würde sich darüber hinaus vermutlich bis zu zwei Jahre hinziehen.

Die Gelben Säcke sind immer wieder in der Diskussion. Sie seien zu dünn, zu klein, sie fliegen beim kleinsten Windstoß weg – auch die WAZ-Redaktion bekommt regelmäßig Beschwerden über diese Form der Abfallentsorgung. In Ennepetal war zudem in der vergangenen Woche der Nachschub ausgegangen und die Bürger, die mit Abholkarte Säcke holen wollten, mussten weggeschickt werden.

Den Mitgliedern des Ausschusses für Bau, Umwelt und Verkehr berichtete Elisabeth Henne nun, wie die Einführung einer Gelben Tonne bzw. einer Wertstofftonne aus Sicht der Kreisverwaltung vonstatten gehen könnte. Kompakt: „Kündigen Sie die Abstimmungsvereinbarung, sagen Sie dem Dualen System, dass sie die Tonne wollen und stellen sie sich dann auf einen zweijährigen Verhandlungsmarathon ein.“

Zur Erklärung: Alle neun Städte des Ennepe-Ruhr-Kreises haben eine eigene Abstimmungsvereinbarung mit dem Dualen System, der Kreis darüber hinaus eine eigene, die auf denen der Städte aufgesetzt ist. Zehn Vereinbarungen müssen unter einen Hut gebracht werden.

Kosten: „Die Anschaffung der Gelben Tonne kostet pro Haushalt 60 Euro – Hattingen hat rund 35 000 Haushalte“, so Henne. Macht 2,1 Millionen Euro Investitionskosten. „Zudem entstehen höhere Kosten durch eine aufwändigere Abfuhr“, sagt sie. Weil es länger dauert, eine Tonne zu leeren – Standardzeit 29 bis 39 Sekunden – als Säcke auf den Wagen zu werfen. Spekulation: Das Duale System würde einen vierwöchentlichen Abfuhr-Rhythmus anstreben – „und sagen: weiterhin 14-tägig kostet Summe X“, so Henne. „Es ist alles eine Frage des Preises.“

Hinzu kämen Platz-Probleme auf vielen Grundstücken, gerade in der Innenstadt. „Kaum einer weiß, wohin mit einer weiteren Tonne.“

Immer größer wird der Unmut der Bürger über die Qualität der Gelben Säcke, die nicht nur kleiner geworden seien, sondern auch dünner und deshalb schnell reißen. „Dafür können weder AHE noch DAR als Abfuhr-Unternehmen etwas“, erklärt Henne, die sich seit 40 Jahren um Müllentsorgung kümmert. „Die Dualen Systeme haben in China Müll gekauft.“ Besserung sei allerdings in Sicht: „Die Säcke müssen ab diesem Jahr aus Europa kommen – das wird dann entweder aus Italien oder Frankreich sein.“

Michael Brandhoff

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Gelbe Tonnen kosten 2,1 Millionen
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2016-02-25 21:00
Hattingen