Gefährliche Situationen an der Reschop-Kreuzung

Christoph Degener hielt die Situation im Bild fest: Die Ampel für die Abbieger zeigt Grün. Gleichzeitig befährt die Straßenbahn die Fahrbahn.
Christoph Degener hielt die Situation im Bild fest: Die Ampel für die Abbieger zeigt Grün. Gleichzeitig befährt die Straßenbahn die Fahrbahn.
Foto: Degener
Was wir bereits wissen
Obwohl die Ampel für Autofahrer Grün zeigt, kreuzt die Straßenbahn die Fahrbahn. Die Stadt schließt Fehler der Ampelanlage aus. Die Bogestra sieht keinen Fehler der Bahnfahrers.

Hattingen.. An der Reschop-Kreuzung häufen sich wieder die Beobachtungen des so genannten „feindlichen Grüns“: Obwohl die Ampel für die Autofahrer bereits Grün zeigt, befährt die Straßenbahn die Kreuzung. Mehrere Hattinger haben solche gefährlichen Situationen in den vergangenen Wochen beobachtet. Die Stadt schließt aus, dass die Ampelschaltung fehlerhaft ist. Für die Bogestra sind die Beobachtungen „nicht ungewöhnlich“.

Christoph Degener hielt die Situation an der Reschop Kreuzung im Bild fest: Obwohl die Rechtsabbieger fahren dürfen, befindet sich eine Straßenbahn mitten auf der Fahrbahn. „Ich kann nicht sagen, ob es feindliches Grün war. Ich nehme an, dass der Bahnfahrer nicht aufgepasst hat“, überlegt er. Feindliches Grün beschreibt die Situation, wenn sowohl Autofahrern wie auch dem Bahnfahrer ein grünes Signal angezeigt wird.

Das schließt die Stadtverwaltung aus: „An der Ampel liegt es mit Sicherheit nicht“, betont Stadtsprecher Thomas Griesohn-Pflieger. Alle Signalanlagen seien so ausgerüstet, dass bei so genanntem feindlichen Grün Sicherungen in Millisekunden die Anlage abschalten. Die Stadtverwaltung vermutet, dass die Bahn trotz Sperrsignal in die Kreuzung eingefahren ist oder eine weitere Straßenbahn die Haltestelle noch blockierte. „In beiden Fällen läge ein Fehlverhalten beim Straßenbahnfahrer vor.“

Den speziellen Sachverhalt konnte auch die Bogestra nicht aufklären. Auf WAZ-Nachfrage erklärt Sprecherin Daniela Stürmann: „Die abgebildete Situation ist nicht ganz ungewöhnlich.“ Die Bahn mache die Kreuzung frei, dabei könnte der allerletzte Abschnitt der Bahn noch auf der Kreuzung sein, wenn die Ampel der Autofahrer gerade umspringt.

„Es war nicht das letzte Ende der Bahn. Die Autos hatten Grün, hätten fahren können, und dann kam die Bahn“, beschreibt Degener und ergänzt: „Sie ist langsam gefahren, aber sie hatte dort nichts zu suchen.“ Auch Holger Jung hat vor Kurzem so eine Situation erlebt: „Die Ampel für die Rechtsabbieger wurde grün und ich fuhr los. Auf einmal sah ich die Bahn von rechts kommen und konnte gerade noch rechtzeitig bremsen.“ Sandra Krieger konnte in einer ähnlichen Situation an der Kreuzung Bochumer Straße / Bahnhofstraße vor zwei Jahren nicht mehr bremsen: „Die Bahn ist ungebremst in mein Auto gefahren. Ich habe sie nicht gesehen und konnte nicht damit rechnen, dass sie kommt, denn ich bin ja bei Grün gefahren.“ Schwer verletzt wurde sie zum Glück nicht, sagt aber: „Das kann nicht gut gehen, ist nur eine Frage der Zeit.“

Von der Bogestra heißt es, der Zeitabstand zwischen den Grünphasen für Bahn- und Autofahrer sei ausreichend, „schwerwiegenden Probleme“ seien nicht bekannt.