Gedichte zum Gedenktag
05.02.2012 | 14:25 Uhr 2012-02-05T14:25:00+0100
Hattingen. Musikalische Lesung über die „Dichterin der Großstadt“ im Stadtmuseum zum Holocaust-Gedenktag.
Mascha Kaleko ist eine jüdische Autorin aus Berlin, die während des Nationalsozialismus die Stimmung der Zeit in ihren Texten verarbeitet. Geprägt von Humor, Melancholie und einer gewissen kritischen Distanz, thematisieren ihre Gedichte und Geschichten den „ganz normalen“ Alltag. Schnell steht sie damit in der Öffentlichkeit und erlangt großen Erfolg – Mascha Kalekos Gedanken finden sich in allen Zeitungen und werden sogar vertont. Zum Holocaust-Gedenktag fand nun ein literarisch-musikalischer Abend im Stadtmuseum in Blankenstein statt, bei dem das Duo „Das kleine Musiktheater“ aus Köln eine Lesung in Gedenken an die „Dichterin der Großstadt“ vortrug.
Sabine Paas berichtete aus der Perspektive der Autorin selbst und schlüpfte in die Rolle einer Erzählerin, als sie biographische Daten über Maschas Leben in kleinen Einschüben preisgab. Begleitet und untermalt wurde die Lesung von Ralf Gscheidle am Akkordeon, der jiddische Melodien der Klezmer-Musik spielte. Die Lieder sind zwar nicht selbst geschrieben, jedoch stets selbst arrangiert.
Nur mit ihrer Altstimme begeisterte Sabine Paas die rund 100 Zuhörer. Die Prosatexte, die sie vortrug, beschreiben sowohl die äußeren Lebensumstände der Zeit als auch die inneren Befindlichkeiten von Mascha Kaleko. So wird beispielsweise erzählt, wie die jüdische junge Frau einen Sonntag im Hochsommer erlebt. Im Detail nimmt sie bei ihrem Spaziergang von der Stadt ins Freie ihre Umgebung war, beschreibt die Leute, die sie trifft, oder die Zustände der Nachkriegszeit. Andererseits werden auch ganz private Gedankenströme und -sprünge wiedergegeben, die eine innere Unruhe vermitteln.
Die Alltagsschilderung wurde durch die Musik von Ralf Gscheidle untermalt. „Gerade die Zeilen von Mascha Kaleko werden oft als humorvoll und tröstend zugleich angesehen – und sie schaffen es immer wieder, die Herzen zu öffnen“, sagt Petra Kamburg von der Volkshochschule.
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