Das aktuelle Wetter Hattingen 14°C
Osterfeuer

Funkenflug fasziniert Jung und Alt

28.03.2016 | 21:00 Uhr
Funkenflug fasziniert Jung und Alt
Foto: Socrates Tassos

Hattingen.  Das Wetter konnte besser nicht sein: Am Samstag haben in der Stadt große und kleine Osterfeuer gebrannt. Während mancher Besucher still die Flammen beobachtete, klönten andere nach Herzenslust.

Pfarrer Frank Schulte steht im Mess­gewand nah an einem kleinen Oster­feuer. Gemeinsam mit einigen Kindern hat er nach dem Gottesdienst das Holz auf dem Vorplatz der evangelischen Johannes-Kirchengemeinde an der Uhlandstraße entzündet. „Die Feuer sind ein schönes Symbol für die Auferstehung, das Licht in der Nacht“, sagt Schulte. Hier, in der Kirchengemeinde mitten in der Südstadt, wird das Feuer bereits seit rund 20 Jahren angefacht, ganz sicher ist sich der Pfarrer nicht. „Ich bin seit 2001 hier und seitdem gab es immer ein Osterfeuer.“

Während Schulte gemeinsam mit einigen Kindern das Feuer aus nächster Nähe beobachtet, haben sich Roswitha Raddatz und Sieglinde Gaul weiter hinten aufgestellt. Gaul ist zum ersten Mal in der Uhlandstraße beim Osterfeuer dabei, ihre Freundin hat ihr die kleine Veranstaltung im Anschluss an den Gottesdienst empfohlen. Nun quatschen sie über Gott und die Welt und loben Ostern als das Fest des Friedens. „Wir sind doch alle Menschen, wir müssen zusammenhalten“, sagt Raddatz mit Blick auf die aktuellen Krisenherde der Welt.

Während das Osterfeuer der Kirchengemeinde mitten im Wohngebiet nicht allzu groß sein darf, wurde in Oberstüter ein gewaltiger Holzstoß aufgetürmt. Bereits von Weitem ist eine große, langgezogene Flamme zu sehen, die sich in den Himmel reckt. Rund 100 Besucher haben sich hier zusammengefunden, der Weg zum Feuer wird durch brennende Holzscheite atmosphärisch beleuchtet. Landwirte und Reitstall-Besitzer ringsum haben geholfen, etwa Lennart Nüfer, der im Winter Weihnachtsbäume verkauft und von dieser Arbeit viele Abschnitte für das Feuer beisteuern konnte. „Wir sammeln seit zwei oder drei Monaten“, sagt Elke Weiß, die die Organisation des Feuers in die Hand genommen hat. Selbst verfolgt sie das Feuer hinter dem Grill – die rund 100 Gäste dürfen sich über Bratwürstchen und Getränke freuen.

Zu diesen Gästen gehören unter anderem Anke Lafontaine und Daneh Thoenes. Beide haben in Oberstüter ihre Pferde untergebracht und kennen dadurch viele der Besucher rund um das Feuer. „Ich denke, die meisten Leute gehen an das Feuer, wo sie die meisten Leute kennen“, sagt Lafontaine. „Außerdem kenne ich keines, das so groß ist.“

In Bredenscheid, gegenüber vom Landhaus Siebe, ist das Feuer derweil schon fast abgebrannt, lediglich eine dicke Wurzel in der Mitte wird wohl noch einige Stunden vor sich hin glühen. Der guten und vor allem familiären Stimmung tut das aber keinen Abbruch. Rund 30 Nachbarn und Freunde haben hier den Abend genossen – „wie jedes Jahr seit 1872“, so hat es Thomas Wenner der Stadt bei der Anmeldung mit einem Augenzwinkern mitgeteilt.

„Ich bin jetzt 52, wir haben immer ein Osterfeuer gemacht, früher noch An der Egge“, so Wenner. Alleine schon wegen der Mädels sei das Feuer ein Muss gewesen. „In Jugendjahren sind am Osterfeuer auch schon mal neue Verbindungen entstanden.“ Inzwischen wird am Feuer wohl nicht mehr so viel geflirtet, die meisten hier sind mit Partnern und Kindern gekommen, die mit viel Freude immer wieder kleine und große Äste in die Flammen werfen. Für den Nachwuchs in der Organisation ist also schon gesorgt, glaubt auch Wenner: „So geht die Tradition von Generation zu Generation.“

Fabian Nitschmann

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
Silbermond gibt umjubeltes Konzert
Bildgalerie
Zeltfestival Ruhr
Für Gregor Meyle wird Traum wahr
Bildgalerie
Zeltfestival Ruhr
Elfringhauser Schweiz
Bildgalerie
Maislabyrinth
Denkmalserie Hattingen
Bildgalerie
Freiheit
article
11685166
Funkenflug fasziniert Jung und Alt
Funkenflug fasziniert Jung und Alt
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/hattingen/funkenflug-fasziniert-jung-und-alt-id11685166.html
2016-03-28 21:00
Hattingen