Für das Alter vorsorgen
09.10.2011 | 15:59 Uhr 2011-10-09T15:59:00+0200
Hattignen. Armut, Pflege, Essen, Gedächtnis, Englisch: Seniorenmesse bot Ansprechpartner und Anlaufstellen
„Es gibt mehr als 300 Menschen in Hattingen, die älter als 65 Jahre sind und in Armut leben“, informiert Andrea Steinbach, Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins „Hattingen Solidarisch“, bei der Seniorenmesse in der Realschule Grünstraße die Besucher.
Wenn die Rente nicht mehr ausreicht, Menschen ihre Medikamente nicht mehr bezahlen können oder die Waschmaschine kaputt geht, helfen die allesamt ehrenamtlichen Mitglieder von Hattingen Solidarisch. „Der Verein finanziert sich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge“, sagt Andrea Steinbach, „die Menschen in Notlage bekommen nicht einfach nur Geldmittel, sondern konkrete Hilfe.“ Sie besorgen dann eine funktionierende Waschmaschine oder kaufen Lebensmittel für Bedürftige ein. „So wird das Geld in jedem Fall vernünftig ausgegeben.“ Info: 8 25 26
Besucher informieren sich auch über verschiedene Betreuungsangebote. Eine Tagespflege bietet die Ambulanten Dienste des Ev. Krankenhauses. „Morgens kommen die Senioren zu uns und bleiben bis zum Nachmittag“, erklärt Beate Körner, „wir malen mit ihnen, kochen, machen Gymnastik, Gedächtnisspiele oder Ausflüge zum Bergerhof.“ Info: 50 29 38
Bald bietet auch „Ambulante Pflege Künzel“ eine Betreuungsgruppe an. „In Wohnzimmer-Atmosphäre können die Senioren für ein paar Stunden bei uns bleiben, wenn Angehörige einkaufen gehen“, erklärt Jörg Künzel. Dafür wird der Pflegedienst Ende dieses Monats in die Marxstraße 37 nach Welper umziehen. Weiterhin kommen Pfleger auch zu Bedürftigen nach Hause. Info: 391 27 22 23
Um eine warme Mahlzeit kümmern sich die Mitglieder von Menüservice-EN. Jeden Tag beliefern sie Senioren nach Vereinbarung mit Essen. Von Speiseplänen können die Kunden wählen. „Wenn ältere Menschen nicht mehr selbst kochen können oder wollen, kommen wir“, sagt Inhaber Dirk Wiegold. Info: 7 85 97
Am Stand der Alzheimer Gesellschaft lassen sich Besucher beraten. „Starke Vergesslichkeit sowie Orientierungslosigkeit können ein Anzeichen für Alzheimer sein“, informiert Vorsitzende Ulrike Dieckmann. Der Verein leistet Hausbesuche, er finanziert sich ebenfalls nur durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Info: 68 56 20.
Um sein Gedächtnis fit zu halten, bietet „Mortimer“ Englisch-Kurse für Senioren an. „Es macht den Leuten Spaß, etwas zu unternehmen“, weiß Silke Koch, „wir lernen in kleinen Gruppen, in gemütlicher Runde, das klappt sehr gut.“ Auch gemeinsame Reisen mit jüngeren Teilnehmern werden gemacht, nach Irland, wo dann ein paar gelernte Vokabeln angewendet werden können. Info: 5 44 70
Wenn eine Glühbirne ausgetauscht werden muss oder die Farbe an einer Stelle der Wand abbröckelt, kommen die Ehrenamtlichen zum Einsatz. „Beim Roten Kreuz können Bedürftige sich für kleine handwerkliche Arbeiten melden“, so Wolfgang Halm. Das Rote Kreuz leitet die Anfragen an die Nachbarschaftshilfe weiter. DRK 20 22 20
Besucherin Ursula Nickel (76): „Im Alter muss man vorsorgen, sich Gedanken über Betreuung machen.“ Auch mit dem Tod setzt sie sich auseinander. Über Bestattungsvorsorge informiert Roman Vosskühler. „Wenn keine Verwandten sich um die Beerdigung kümmern können, wird man nur anonym vom Ordnungsamt bestattet.“ Infos: 7 38 77
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