Frühlingsfit mit Wasseranwendung

Mitglieder des Kneipp-Vereins mit Räumen im Haus Steinhagen 13 zeigen Anwendungen: (v.l.) Marlis Peters (71), Heinz Brincker (74), Ruth Salaf (77), Karin Wieczorek (74) und Ursula Eid (67).Foto:Walter Fischer
Mitglieder des Kneipp-Vereins mit Räumen im Haus Steinhagen 13 zeigen Anwendungen: (v.l.) Marlis Peters (71), Heinz Brincker (74), Ruth Salaf (77), Karin Wieczorek (74) und Ursula Eid (67).Foto:Walter Fischer
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Was wir bereits wissen
Bei schnell steigenden Temperaturen macht sich oft Frühjahrsmüdigkeit breit. Der kann man daheim begegnen. Aktive vom Kneipp-Verein geben Tipps.

Hattingen..  Über zwanzig Grad Celsius soll die Temperatur jetzt klettern – vor einer guten Woche lag sie noch bei sieben Grad. Bei dem plötzlichen Anstieg macht mancher Kreislauf schlapp, Frühjahrsmüdigkeit geht um. Die Aktiven vom Kneipp-Verein Hattingen empfehlen dagegen: Wasseranwendungen nach Sebastian Kneipp. „Der ist jeden Morgen in die Donau gesprungen“, sagt Heinz Brincker, Geschäftsführer des Kneipp-Vereins Hattingen. Für die richtige Sommerfrische müssen die Hattinger indes nicht zur kühlen Ruhr hinunter: Was die Experten empfehlen, kann jeder daheim machen. Dusche und Schüsseln reichen dafür.

Wechseldusche

Nur wenige Minuten muss man bei der Morgendusche investieren, um den Kreislauf mit so genannten kalten Schenkel- und Armgüssen anzuregen. Wenn möglich, die Duschen mit gebundenem Strahl durchführen. „Wichtig ist, immer warm anzufangen“, so Heinz Brincker. Also: Erst duschen, dann geht es kalt los. „Man beginnt am kleinen Zeh des rechten Fußes, immer möglichst weit vom Herz entfernt“, erklärt Brincker. Die Dusche das Bein bis zum Knie oder bis zum Oberschenkel hochführen, links fortfahren. „Ich fange beim linken Bein nicht unten an, sondern wandere links runter – und danach umgekehrt, links hoch, rechts runter“, so Ursula Eid (67).

Anschließend geht es mit den Armen weiter, wieder erst rechts, dann links. Übrigens: Wer das kalte Wasser auf Brust und Rücken nicht mag: „Es reicht, wenn man Arme und Beine kalt abduscht. Das Wasser muss dabei abfließen, im kalten Wasser sollte man nicht stehen“, so Brincker. Ursula Eid verrät: „Ich stelle nie von warm auf ganz kalt um, sondern nutze erst lauwarmes, dann bei jeder Wiederholung kälteres Wasser.“

Wechselfußbad

Beim Wechsel-Fußbad wird eine Schüssel mit warmem, eine mit kaltem Wasser gefüllt. Die Füße erst bis zu einer Minute ins warme Wasser stellen, anschließend maximal 15 bis 20 Sekunden ins kalte Wasser. Mehrfach wiederholen.

Kaltes Armbad

Waschbecken/Schüssel mit kaltem Wasser füllen. Erst rechten, dann linken Arm möglichst weit eintauchen. Arme bewegen, nach 30 Sekunden aus dem Bad nehmen.

Wassertreten

Das geht auch im Bach beim Spaziergang. Oder in der Badewanne. Das Wasser sollte bis knapp unters Knie reichen. Mit warmen, nackten Beinen ab ins Wasser, 30 bis 40 Schritte im Storchengang ausführen, also bei jedem Schritt das Bein ganz aus dem Wasser heben.

Kalter Gesichtsguss

Er soll helfen gegen Faltenbildung, bei schlaffer Gesichtshaut, Ermüdung, Abgeschlagenheit und Spannungskopfschmerz: An der rechten Schläfenseite Duschstrahl ansetzen, Gesicht dreimal umkreisen. Strahl rechts und links über die Gesichtshälften auf- und abführen. Eiskalt muss das Wasser nicht sein: 18 Grad Celsius reichen.

Gute Laune sollen die Anwendungen bringen – wofür das Trüppchen den Beweis antritt: Hier wird gelacht, gescherzt, geneckt. Erfrischt fühlt man sich schon nach den ersten Anwendungen. Um aber das Kreislaufsystem dauerhaft stabil zu halten, so Brincker, „sollte man die Anwendungen regelmäßig über einen langen Zeitraum durchführen. Bei Wechselbädern werden die Venen zusammengezogen und wieder geweitet, sie werden so elastischer, das fördert die Durchblutung, reguliert den Blutdruck.“