Frische Brise für Naturwissenschaften
20.02.2012 | 17:41 Uhr 2012-02-20T17:41:00+0100
Hattingen. MINT-Zertifikat für qualifizierte Schüler und eine Extraportion Praxis an der Realschule Grünstraße.
Besonders qualifizierte MINT-Schüler sollen die Realschule Grünstraße nach dem zehnten Jahrgang mit einem Zertifikat verlassen. Und längerfristig hofft Schulleiter Manfred Wussow auf eine entsprechende Forscher-Klasse.
Ihr Duft wirkt betörend und appetitanregend. Und auch wenn sich MINT nicht vom englischen mint (Minze) ableitet: Appetit machen soll es allemal auf die Fächerkombination Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Hunger machen auf Kenntnisse, die die Wirtschaft nachfragt, sollen den Schülern zwei Zusatzstunden wöchentlich an der Realschule Grünstraße – und eben ein Zertifikat in Abschlussklasse 10.
Es ist zwar nicht vergleichbar mit dem Cambridge-Zertifikat für Englisch, sondern eine Hausnummer kleiner, so Wussow, aber nicht minder wirkungsvoll. Seit er vor zwei Jahren die Schule übernommen hat, hat die frische Brise auch das Kollegium erfasst. Pension, Versetzung: Unter 48 Lehrkräften sind „über 20 neue“. Durch die Verschiebung sind Männer mit sieben inzwischen zur kleinen Minderheit geworden, was sonst eher an Grundschulen vorkommt.
Daran werden praktische Experimente, ob in Biologie, Physik oder Chemie, wenig ändern. Wohl aber am Kenntnisstand der Kinder und Jugendlichen. Die Extraportion MINT-Unterricht bekommen sie in Form von zwei AG-Stunden die Woche. In kleinen Gruppen von zwölf bis 14 Kindern, halber Klassenstärke, wird Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Zusammenhängen geweckt. Mit viel Praxis, für die sonst im Unterricht die Zeit fehlt.
MINT steht ab Klasse 5 auf dem Stundenplan. Und macht die Grünstraße auch für Kinder aus Bochum oder Wuppertal interessant, so Wussow. Während an einer MINT-Klasse 2009 nur ein Mädchen Interesse hatte, das dann aber angesichts der vielen Jungs die Segel strich, war das Geschlechterverhältnis im Vorjahr ausgeglichen halbe-halbe.
Wer das Zertifikat ergattern möchte, muss Pflicht- und Wahlveranstaltungen buchen. Im Zeugnis bekommen Schüler zwei MINT-AGs dokumentiert. Die Forscher arbeiten die Hälfte der Zeit in einer Gruppe, dann wechseln sie sich ab und tauschen die Fächer. Sie nehmen an Wettbewerben der Industrie teil, Ältere forschen etwa zu Brennstoffzellen.
MINT-Schüler geben ihre Kenntnisse in Nachmittags-Workshops an Grundschüler weiter. Als Lernhelfer begeistern sie die Kleineren für die Fächer, die es ihnen angetan haben.
Zusätzlich interessant wird MINT durch die Kooperation mit außerschulischen Partnern. Schulleiter Wussow hofft auf ein Praktikum für Jugendliche in der Zoo-Schule Bochum. Einen Fuß in der Tür haben sie dort schon: Die MINT-Gruppe der siebten Klasse plant ein Wildbienenhaus in Bochum.
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