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Isenburg

Friedrichs Festung steht wieder

22.02.2010 | 16:23 Uhr

Das Museum für Archäologie in Herne zeigt ein Modell der Isenburg, dem Stammsitz des Grafen von Isenberg.

Nachdem Friedrich von Isenberg im Jahr 1225 für den Mord am Kölner Erzbischof beschuldigt wurde, war die Isenburg dem Untergang geweiht. Der Nachfolger des Bischofs ließ die Burg belagern und zerstören. Vermutlich wurde sie kampflos übergeben. Jetzt steht sie wieder im LWL-Museum für Archäologie in Herne. Dort ist sie in der Ausstellung „Aufruhr 1225!” ab dem 27. Februar zu sehen: In der realistischen Rekonstruktion der Festung, die Arnold von Altena für sich errichten ließ. Das Modell stellt diese im Maßstab 1:50 dar.

Damals erhob sie sich strahlend weiß auf dem Isenberg über dem Ruhrtal. Die Isenburg gehörte zu den größten Burganlagen des Reiches im frühen 13. Jahrhundert. Wenn auch nur für kurze Zeit.

„Die rekonstruierte Isenburg soll den Besuchern veranschaulichen, wie eine mittelalterliche Burg aufgebaut war”, sagte Museumsleiter Dr. Josef Mühlenbrock. Eine Modellbaufirma schuf aus Holz und Gips den Nachbau, der sechs Meter lang und zwei Meter breit ist. Da heute nur noch die Ruine der Isenburg steht, ist das Modell ein Vorschlag der Forscher. „Wir haben uns an den Überresten orientiert und schlossen anhand anderer Bauten aus dieser Zeit auf den Originalzustand”, erklärt Mühlenbrock. So sei der Hauptturm der Anlage vermutlich 40 bis 50 Meter hoch gewesen. Sein heute noch nachweisbarer Grundriss sei so breit wie die Türme anderer Festungen hoch.

Etwa 20 Jahre nach Baubeginn müsse die Isenburg um 1216/17 bezugsfähig gewesen sein, schätzt der Experte. Sie war die Stammburg des Grafen Friedrich von Isenberg, dessen Vater Arnold (der Auftraggeber des Baus) 1209 starb. „Angesichts ihrer enormen Größe war die benötigte Bauzeit sehr kurz”, sagt Mühlenbrock. Die riesige Burg sei ein Spiegel des großen wirtschaftlichen Potenzials ihres Bauherrn gewesen. Gebaut wurde sie aus Material der direkten Umgebung wie Ruhrsandstein. Aber auch aus importierten Steinen aus Lothringen und der Eifel. Während Steinmetze die komplexen Hochbauarbeiten erledigten, übernahmen unfreie Bauern Transport- und Erdarbeiten.

Die knappe Lebensdauer der Festung ist vorteilhaft für die Archäologen. „Wegen der kurzen Bestandszeit können wir die Funde genau datieren”, erklärt Mühlenbrock. Wenige Burganlagen seien heute so gut erforscht wie die Isenburg. Rund 15 000 Fundstücke wurden zwischen 1969 und 1989 ausgegraben; viele sind in der Mittelalterschau zu sehen.

Anders als die gewaltige Isenburg waren zahlreiche Burgen des Mittelalters keine großen Steinbauten. Mühlenbrock: „Als Burgen bezeichnet man alle festen Adelssitze, sahen sie auch nur aus wie ein Bauernhof oder größere Steinhäuser.” Die Burgen des Mittelalters seien meist hölzerne Türme, sogenannte Motten, gewesen, die auf einem Erdhügel gebaut wurden. Eine solche Motte lässt das Museum in Herne für die neue Ausstellung nah an historischen Vorbildern errichten. Die Besucher erleben darin unter anderem, wie beengt es im Leben eines Adeligen zugehen konnte.

Das Ruhrgebiet ist eine der Regionen mit der höchsten Burgendichte in Deutschland. Informationen über mehr als 400 Burgen haben Forscher für die Ausstellung zusammen getragen. Ruinen sind höchstens von 50 Prozent erhalten. Von anderen zeugen noch Erdwälle und Mauerreste, sie sind in alten Karten oder auf Plänen verzeichnet oder auf Abbildungen verewigt.

DerWesten

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Kommentare
23.02.2010
11:17
Friedrichs Festung steht wieder
von Steuerzahler_0815 | #1

Schade nur, dass das Modell in Herne steht, und nicht in Hattingen. Grundfläche 2x6m, das wäre sicherlich interessant für die Hattinger Altstadt gewesen und man hätte es aus südafrikanischem Granit herstellen können.

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