Freundschaft trotz Verschiedenheit

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Was wir bereits wissen
Die Botschaft des bekannten Musicals „Tabaluga oder die Reise zur Vernunft“ passt gut zu den Erik-Nölting-Grundschülern, die aus vielen Nationen stammen.

Hattingen..  Schnell noch mal einen Blick auf das Delfin-Lied möchte Lara (8) werfen, bevor es in die Aula geht. „Der Text ist nämlich ganz schön schwer“, sagt die im Heft blätternde, süße Ameise mit gelbem Bauhelm, roten Socken und Ameisensäure-Flasche am Gürtel. Lara ist Schülerin an der Erik-Nölting-Grundschule und macht wie 28 Mitschüler mit beim Musical „Tabaluga oder die Reise zur Vernunft“.

Klassenübergreifend ist dieses Projekt, bei dem außerdem nicht nur Kinder aus dem offenen Ganztag (OGS) dabei sind, sondern wirklich alle die, die Lust dazu haben. Schüler vieler Nationalitäten besuchen die Schule, „gerade darum passt das Thema des Musicals so gut“, sagt OGS-Koordinatorin Gaby Wichmann. Denn es geht um Verschiedenheit und Freundschaft. Die Sozialarbeiterin leitet das Projekt zusammen mit Betreuerin Franka Bläser und Monika Kaps, zuständig für Sportförderung.

Aus den Betreuungsräumen gehen die kleinen Mitwirkenden gibbelnd und aufgeregt flüsternd gen Aula. „Psst, leise.“ Alle sammeln sich, bevor sie in die gut gefüllte Aula einziehen. Vorbei geht’s an den Zuschauern Richtung Bühne, es wird hier noch mal gewunken, dort noch mal leise „Hallo“ gerufen.

Stimmungs- und kunstvoll ist das Bühnenbild. In einer Ecke brennt ein Feuer, am dunklen Vorhang scheint ein riesiger Silbermond. Kunstvoll sind Bäume geschaffen. In dieser Szenerie versucht der Drachenpapa seinen Tabaluga zu belehren. Darauf hat der keine Lust. Voller Inbrunst singen die jungen Darsteller „Genieß jeden Tag deiner Kinderzeit.“

Ihr Spiel genießen die Kinder sichtlich, gleich ob als Mond, Riese, Salamander, Schildkröte, Drache oder Ameise. „Es ist toll zu sehen, wie die Kinder sich gegenseitig helfen. Die älteren Schüler flechten den jüngeren Zöpfe“, so Wichmann. So lernen sich die Schüler untereinander besser kennen. Seit Januar hat die Musicalgruppe jetzt geprobt – und die Mitwirkenden zeigen viel Bühnenpräsenz. Die Musik kommt vom Band, Erzähltexte werden vorgelesen. Die Kostüme sind fantasievoll, und gewiss können die Darsteller den Drachenjungen Tabaluga verstehen, wenn es in einem Lied heißt „Kleine Drachen wollen meistens eigene Wege gehen“.

„Manche Eltern“, sagt Gaby Wichmann lachend, „werden die Lieder sicherlich auch schon mitsingen können.“ Hatten die Kinder sie doch eifrig eingeübt. Alljährlich studiert Wichmann mit den Schülern ein Musical ein – darum haben manche auf der Bühne schon Aufführungserfahrung. Die Rollen werden in Absprache mit den Schülern vergeben, die Wünsche äußern können. Es gibt eine erste und zweite Besetzung. Lara ist mit ihrer Rolle zufrieden: „Ich finde Ameisen toll!“