Freifunk soll die Stadt vernetzen

Marcus Lesmeister
Marcus Lesmeister
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Ziel ist ein kostenloser flächendeckender Internetzugang. Auch die Stadtverwaltung strebt ein freies Netz an und sucht dafür Partner.

Hattingen..  Freies W-Lan für alle. Das streben Marcus Benthaus und Sascha Kursawe an und haben die Initiative Freifunk Hattingen gestartet. Sie bauen ein Netz auf, das kostenloses Surfen im Internet erlaubt. Auch die Stadt arbeitet daran, Bürgern und Besuchern kostenlose Internetzugänge zu ermöglichen.

„Von der Ecke Oststraße die Heggerstraße hinunter bis zur Augusta­straße haben wir ein fast flächendeckendes W-Lan – wenn man geschickt läuft“, sagt Kursawe. Acht Privatpersonen, davon zwei in Welper, der Rest in der Innenstadt, machen bislang mit. Darunter Christof Schnelle, der den ideellen Wert sieht: „Freier Zugang zu Informationen ist eine unterstützenswerte Sache, auch wenn ich als Individuum keinen Vorteil habe“.

Fünf Unternehmer konnten die Initiatoren für ihre Sache bisher gewinnen – wie Markus Lesmeister, der seit Dezember als einer der ersten dabei ist. „Es macht die Stadt attraktiver und hat einen Reiz – für junge Leute, die keine Flatrates haben, oder ausländische Besucher“, sagt er. „Und mich kostet es nichts, außer dem Strom für den Router.“

Das System funktioniert so: Zusätzlich zum eigenen Router wird ein kompatibles Gerät für den Freifunk installiert – ein zusätzlicher Anschluss ist nicht nötig. Der hauseigene Internetanschluss bleibt damit getrennt vom öffentlichen Netz – persönliche Daten geschützt, versprechen die Initiatoren. Das Gerät überträgt das Internetsignal über den Verein Freifunk Rheinland, der als Netzbetreiber auftritt. Durch andere Freifunk-Geräte in der Umgebung, wird das Signal weitergetragen und verstärkt. „Je mehr mitmachen, desto größer und stabiler wird das Netz“, weiß Kursawe, der bei Hattinger Geschäftsleuten für die Idee wirbt.

Wichtig ist, den Freifunk von einem ungeschützten privaten W-Lan-Netz zu unterscheiden, um rechtlich abgesichert zu sein. Denn die „Störerhaftung“ sieht vor, dass der, der einen Internetanschluss zur Verfügung stellt, dafür haftet, wie er genutzt wird. Das wird umgangen, da nicht der individuelle Anbieter als Netzinhaber auftritt, sondern der Verein Freifunk.

Als Standortfaktor sieht die Stadt den freien Internetzugang. Entsprechend würden aktuell Partner gesucht und Gespräche geführt, um sich dem Thema zu nähern. Das Stadtmarketing möchte vor allem auflisten, an welchen Orten Touristen das Internet nutzen können. Zu diesem Zweck werden derzeit Gastronomen und Hotels zu ihren Angeboten befragt. Eine Übersicht soll es demnächst auf der Internetseite des Stadtmarketings und künftig auch in der Hattingen App geben.