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Aktionstag

Flüchtling berührt mit Geschichte

22.03.2015 | 20:00 Uhr
Die Awo lud am Samstag in Hattingen zum Aktionstag "Anerkennen statt ausgrenzen".Foto: Volker Speckenwirth, Funke Foto Services

Hattingen.   Awo, Stadt und Kreis hatten zur Veranstaltung am Tag gegen Rassismus eingeladen. Betroffene und Engagierte kamen zu Wort.

„Wir begrüßen die Flüchtlinge im EN-Kreis“, so die Botschaft auf dem Banner, für die sich die 200 Menschen am Samstag einsetzen: Zum zweiten Mal hatten Awo und Stadt – dieses Mal mit dem Ennepe-Ruhr-Kreis – zu der Aktion „Awo gegen Rassismus: Anerkennen statt ausgrenzen“ geladen.

Von der alten Feuerwache aus, wo symbolisch Flüchtlinge und Ex-Flüchtlinge abgeholt wurden, ging es zum Untermarkt. Bei dem Marsch wurde mit Plakaten gegen rechtes Denken protestiert. Eine siebenköpfige Trommelgruppe sorgte mit Tänzen und afrikanischen Gesängen dem Nieselregen zum Trotz für eine ausgelassene Stimmung.

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Hattingen, 21.03.2015: Beim Internationalen Tag gegen Rassismus, heißt die Stadt Hattingen Flüchtlinge willkommen.

„I Have A Dream“, zitierte René Röspel (Awo) zu Beginn der Kundgebung Menschenrechtler Martin Luther King. Auch Bürgermeisterin Dagmar Goch kam, genauso wie Landrat Armin Brux und Sabine Radtke, Mitglied des „Bündnis buntes Hattingen gegen Rechts“, zu Wort. Vor der Bühne tummeln sich Bürger, Mitglieder des Integrationsrates, im Netzwerk Zukunftsperspektiven EN-Kreis-Bochum betreute Flüchtlinge, Mitglieder des Awo-Jugendprojekts Young-Star, die 500 Luftballons für den Aufstieg vorbereitet hatten.

Zahlreiche Politiker nutzten die Veranstaltung, um Gesicht zu zeigen gegen Rassismus. Unter ihnen war auch der heimische Europa-Abgeordnete Dietmar Köster. „Themen wie Integration und Flüchtlingspolitik bedürfen einer intensiven Zusammenarbeit aller politischer Ebenen, von der Kommunal- bis hin zur Europapolitik“, schildert er. Daher sei es wichtig, sich als vereinte Wertegemeinschaft solchen Problemen zu stellen. Währenddessen wurden Unterschriften für die Aktion gesammelt, fast 1000 kamen an diesem Tag zusammen.

Emotionaler Höhepunkt

Emotionaler Höhepunkt aber war die Rede von Kayi Schlücker. Sie kam vor 17 Jahren als Flüchtling aus Togo nach Deutschland. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass auf so einer Veranstaltung auch die zu Wort kommen, um die es eigentlich geht“, so die 46-Jährige, die in Schwelm lebt und als Co-Leiterin einer offenen Ganztagsschule arbeitet. Und wie sie so erzählt, von ihren Anfängen in einem ihr so fremden Land, wie sie schildert, wie „verdammt bitter schwer“ es zeitweise für sie war, hier Fuß zu fassen, wird es immer leiser in Publikum. Ihre Worte berühren. Sie appelliert an Flüchtlinge, sich nicht zu verstecken, an Politiker, die Flüchtlinge verteidigen mögen, und an jeden: „Lernt Eure Nachbarn kennen!“ Denn Rassismus endet, wo Menschlichkeit beginnt.

Internationaler Tag gegen Rassismus

 

Annika Best

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Flüchtling berührt mit Geschichte
Flüchtling berührt mit Geschichte
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2015-03-22 20:00
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