Flammen hinter der Absperrung

Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Kinder bauen das Osterfeuer an der Erik-Nölting-Schule in ihr Spiel ein. Einige Eltern üben Kritik.

Hattingen..  Wenn überall in der Stadt der Geruch von verbranntem Holz in der Luft liegt und Ascheflocken durch die Luft wirbeln, dann ist Karsamstag und damit die Zeit der Osterfeuer. Traditionell feuerte die Freiwillige Feuerwehr Welper auf dem Schulhof der Erik-Nölting-Grundschule an.

Eine Absperrung aus Zaun und rot-weißem Flatterband verhinderte am Abend das Gefühl, gemeinsam nah am Feuer zu stehen. „Die Freiwillige Feuerwehr meint es nur gut mit ihren Vorkehrungen und ist vor allem auf die Sicherheit der Kinder bedacht“, weiß Michael Wolf. Trotzdem vermissen er und seine Freundin, die ihr Kind im Wagen vor sich her schieben, die Gemütlichkeit. „Aus meiner Kindheit kenne ich nur Osterfeuer, die auf einer großen Wiese abgebrannt wurden, das hatte irgendwie mehr Charme“, findet er.

Andere Besucher sind mit dem Feuer auf Beton recht zufrieden. „Ich bin kein wirklicher Freund von Osterfeuern“, gibt der Vater einer Grundschülerin zu. Er und seine Frau seien nur der Tochter und ihren Freundinnen wegen hergekommen. „An den Ostertagen werden starke Überschreitungen der Feinstaubgrenzwerte gemessen“, erklärt er seine Abneigung. „Oft werden frische Gartenabfälle verbrannt, das erhöht die Feinstaubbelastung“, weiß der umweltbewusste Mann. „Ich denke dabei immer an die Tiere“, sagt seine Ehefrau. Hier auf dem Schulhof hätten sich, so denkt sie, zumindest weniger Tiere in dem aufgeschichteten Haufen aus Gehölz eingenistet.

Über solche Details macht sich Mikas (8) keine Gedanken. Seinen Hund an der Leine rennt er mit ein paar Freunden über den Schulhof. „Wir spielen, dass jemand unsere Schule anzünden wollte und wir nun den Täter finden müssen“, erzählt er stolz. „Die Feuerwehr ist auch schon da, die wurde zum Löschen gerufen. Und wir wollen Polizisten sein. Wir haben normale Sachen an, damit uns die Brandstifter nicht erkennen“, erklärt der begeisterte Leser von Kriminalromanen das Spiel.

Auch die siebenjährige Lina hat ein paar ihrer Schulkameradinnen getroffen und turnt am Klettergerüst. „Das Feuer ist mir eigentlich egal“, gibt sie zu. Viel wichtiger sei es, mit ihren Freundinnen zu spielen. „So lange wie heute dürfen wir sonst nicht draußen bleiben“, sagt sie. Aber Mama und Papa seien ja noch da und würden sich unterhalten.