Fische sollen den Kemnader See frei fressen
10.11.2009 | 17:31 Uhr 2009-11-10T17:31:00+0100
Hattingen. Der Ruhrverband hat 10 000 Rotfedern in den Kemnader Stausee gekippt, damit sie die Wasserpflanze Elodea eindämmen. Denn das Gewächs hat seit dem Jahr 2000 derart stark im See gewuchert, dass sich Boote darin verheddern und der Wassersport stark beeinträchtigt wird.
Ab sofort nehmen 10 000 kleine Fische den Kampf gegen die so genannte Wasserpest im Kemnader Stausee auf. Der Ruhrverband hat Anfang der Woche am Hafen Heveney massenhaft Rotfedern ins kalte Wasser gekippt.
Diese Karpfenart soll jetzt die Wasserpflanze Elodea im See eindämmen, indem sie sie einfach auffrisst. Denn die Rotfedern sind die einzige heimische Fischart, die vor allem die Elodea auf ihrer Speisekarte hat.
"Für Wassersportler der Horror"
Mit der Aktion soll in erster Linie der Wassersport auf dem See im Städtedreieck Bochum-Hattingen-Witten aufrechterhalten werden. Denn die Elodea hat seit dem Jahr 2000 derart stark im See gewuchert, dass sich Boote darin verheddern. „Für Wassersportler ist es schlichtweg der Horror, weil sie mit den Booten darin hängenbleiben”, sagt Thomas Brinkmann, Betriebsleiter für die Stauseen im Ruhrverband.
Plötzlich rollt Fischereimeister Marcus Kühlmann einen zehn Meter langen Plastikschlauch in Richtung des Ufers aus und – wusch! – rutschen tausende Fische ins Wasser. Es sind Rotfedern, eine Karpfenart. Und die große Hoffnung des Ruhrverbandes bei dem Versuch, endlich der wuchernden Wasserpflanze Elodea Herr zu werden und unter Wasser mehr Freiräume zu schaffen.
Boote verknoten sich oft
Das Problem mit der Elodea plagt den Ruhrverband – und die Wassersportler – seit nunmehr neun Jahren. Stausee-Betriebsleiter Thomas Brinkmann erklärt dies damit, dass sich durch die Erneuerung der Klärwerke seit den 90er-Jahren (für eine Viertelmilliarde Euro) die Wasserqualität so sehr verbessert habe, dass wieder mehr Licht nach unten dringe und somit die Elodea kräftig anwachse. Folge: Die Boote samt Schwert oder Schiffsschraube verknoteten sich oft.
Zunächst versuchte man, das Problem auf konventionelle Weise zu lösen. Man setzte ein Mähboot ein, das die Elodea einfach wegsensen sollte. Das war aber, erklärt Brinkmann, „nicht effektiv”. Die Pflanze hätte sich „sehr schnell wieder verkrautet”.
Mähboot wird nur in dringenden Fällen eingesetzt
Nur in dringenden Fällen wird das Mähboot heute noch eingesetzt. Hinzu kommen hohe Kosten: Pro Tag frisst es ein Loch von 2200 Euro in den Etat des Verbandes. Da haben die Rotfedern eine bessere Bilanz: Pro Tag frisst ein ausgewachsenes Exemplar 25 Gramm weg. Und die Kosten sind überschaubar: Die 10 000 Fische, die jetzt ins Wasser rutschten, haben 5500 Euro gekostet. Geliefert hat sie die Westerwälder Fischzucht Stähler mit einem Lkw. Die Fische waren in Plastik-Containern verstaut.
Im Frühjahr sollen die Rotfedern laichen. 180 Millionen Brütlinge sollen dabei herausspringen, sagt Fischereimeister Kühlmann. Aber davon würden nur etwa zehn Prozent überleben. Diese Quote sei eine normale Sterblichkeit.
Es wird viele Jahre dauern, bis sich der Bestand aufbaut. Ob das Elodea-Problem dann schließlich gelöst wird, ist aber offen. Alles ist erstmal nur ein Experiment.
Einer profitiert aber jetzt schon: der Kormoran. Der hatte gestern seinen Spaß angesichts so viel neuer Nahrung.
09:09
Solange der Thilo Dallmann immer seinen Europahaus-Müll in den See kippt wird der NIE sauber!
08:46
Der der zuguckt,wir fressen doch alle bis wir Kot... und dann wieder weil wir gekot...haben.Müssen wir jetzt auch dezimiert werden?
19:35
Das tun die armen Vögel nur, weil jetzt wieder Karnevalszeit ist.
Kotz und Helau!
14:22
Ist doch Prima das sich wenigstens der „Vogel des Jahres 2010“ neues futter bekommt.
Vieleicht solte mal darüber nachgedacht werden ob nicht solangsam eine regulierende mas nahme in Sachen Kormoran zu unternehmen.
Es würde dem Fischbestand unserer Gewässer mit sicherheit gut tun wenn diese Fressmaschinen ein wenig dezimiert würden!!
Bevor ich jetzt Gesteinigt werde möchte ich jedem vorschlagen mal am frühen morgen am Hattinger wehr Spazieren zugehen und diese „Vogel des Jahres 2010“ bei der Jagd zu beobachten.
Die Fressen bis sie Kot...... und dann wieder weil sie gekot..... haben.