Finanzkraft sinkt um ein Drittel
27.01.2010 | 17:05 Uhr 2010-01-27T17:05:00+0100Neujahrsempfang des Kirchenkreises Hattingen-Witten im Gemeindehaus an der Augustastraße: Superintendent Ingo Neserke blickt auf Kultur und die eigene Kasse.
Zum Auftakt spielen die Trommler „Barulherios des Stockum” und das Ensemble „Jump – Nur ein Sprung” aus Witten leicht und charmant mit den Themen Jugend und Geschlechter. Da nicken die Köpfe im Ev. Gemeindehaus an der Augustastraße. Danach hält Superintendent Ingo Neserke seine Rede zum Neujahrsempfang des Ev. Kirchenkreises Hattingen-Witten.
Neserke appelliert, die Kulturhaupstadt aktiv wahrzunehmen. So wie beim „10 Gebote”-Pop-Oratorium, organisiert von der Creativen Kirche. „Das war unser Auftakt zum Kulturhauptstadtjahr”, sagt Neserke. Ein Beleg für die gute Jugendarbeit.
Auch die Local-Heroe-Wochen streift Neserke. Hattingen – im Sommer an der Reihe – habe mit dem Projekt „Himmlische Orte” bereits den Anfang gemacht. Dabei zeigen Kirchen kunsthistorische und architektonische Seiten und öffnen sich.
„In Sprockhövel laden die Gemeinden in der Woche nach Ostern die Menschen auf Pilgerwege ein”, erklärt er.
Aber Neserke bleibt nicht bei der Kultur stehen. Weiteres wichtiges Thema ist die finanzielle Situation des Kirchenkreises Hattingen-Witten. „Wir werden nicht nur 2010 gestalten, sondern den Blick in die nächsten Jahre bis 2020 werfen”, sagt Superintendent Ingo Neserke. Die Finanzkraft werde in den nächsten zehn Jahren um mindestens ein Drittel sinken. Da seufzen einige Gäste im Publikum. Als Gründe nannt Neserke, dass mehr Menschen versterben als geboren werden sowie die Wirtschaftskrise und Änderungen im Steuersystem. Und „nicht so sehr, dass Menschen austreten”. Denn: Angebote und neue Formen in der Jugendarbeit wie die von 4K seien richtig. Und wichtig.
Dieser Entwicklung gelte es mit einer Dreifach-Strategie zu begegnen: intensivieren, kooperieren, reduzieren. Besonders für die Kooperations-Idee gibt es Zustimmung.
Die Aussichten für den Kirchenkreis: Es sollen weiter Menschen gewonnen werden, die sich engagieren – ehrenamtlich und finanziell. Es gelte, Angebote aufeinander abzustimmen, so Neserke. Aber: Nicht jede Gemeinde könne zukünftig alles machen, nicht jede freie Pfarrstelle könne in vollem Umfang wiederbesetzt werden. Der Superintendent stellte klar: „Wir wollen keine Großgemeinde mit 20.000 bis 30.000 Mitgliedern.”
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