Fair frühstücken auf dem Untermarkt

Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Achtklässler der Realschule Grünstraße laden Passanten zu Kaffee, Roibuschtee, selbst gemachtem Nutella und Pralinen. Gespräche über fairen Handel.

Hattingen..  Mehr als eine Woche lang drehten sich Veranstaltungen um die Hattinger Weltwoche und fairen Handel. Die Realschule Grünstraße, eine der vielen Beteiligten, die einen Kiosk mit Fair Trade-Produkten hat, verschaffte dem Thema am Montag mitten in der Fußgängerzone noch einmal frische Aufmerksamkeit: mit einem fairen Frühstück in der Innenstadt, zu dem Passanten eingeladen wurden.

„Make Chocolate Fair“, steht in ihrem selbst entworfenen Flugblatt. Er gibt einen Überblick über fairen Handel am Beispiel von Kakao. Der Jahrgang acht der Realschule Grünstraße hat Exemplare mitgebracht zum späten Frühstück auf dem Untermarkt. Er will mit Passanten ins Gespräch kommen und diese beim gemeinsamen Verzehr von mitgebrachten Sachen probieren lassen, wie gut ein faires Frühstück schmecken kann.

Ringsum in den Cafés sitzen schon Menschen beim gemütlichen Plausch und lassen sich Getränke munden. Ehe die Realschüler so weit sind, ist Arbeit das Gebot der Stunde. Jungen und Mädchen schleppen Biertische und Bänke in die Innenstadt, bauen sie auf, verteilen Köstlichkeiten auf den Holztischen.

Aus Körben hieven sie Thermoskannen mit Kaffee (aus fair gehandelten Bohnen) und Roibuschtee mit Karamellgeschmack. Einige flitzen zum Bäcker und holen normale und Vollkornbrötchen. Dazu gibt’s Nutella: fertiges (fair gehandelt) und selbst gemachtes aus Mandeln, Fett und Rohrzucker.

Das Frühstück, einmal nicht in der Schule, sondern mitten in der Stadt, wo Leute auch zufällig vorbeikommen, stehenbleiben, sich dazusetzen, war Idee der Achtklässler. Auch wenn Menschen hier nur manchmal fair gehandelte Produkte kaufen, tragen sie in den Erzeugerländern zu besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen bei, finden nicht nur Katherina, Clara und Lina. Sie und ihre Klassen­kameraden wollen den Gedanken weitertragen, Leute ansprechen, sie aufmerksam machen, wie es Menschen in Entwicklungsländern geht, und dass alle zusammen die Situation verbessern können.

Alle zusammen tischen sie auf: Datteln, Honig, Bananen, Bananenquark, Kakaodrink, Ananas-Getränk, Haferflocken. Eine Mutter besucht ihre Tochter und setzt sich dazu. Andere tun es ihr gleich wie Ingrid Bastian (75), die das Frühstück auf dem Untermarkt toll findet. Greifen zu bei den selbst gemachten Pralinen von Religionslehrerin Judith Nockemann, bei Frischkäsebällchen und hausgemachten Aufstrichen. Manche Schülerinnen sind sehr streng, lassen sich nur noch fair gehandelte Schokolade mitbringen, keine Milka, kritisieren, „die Butter ist aber nicht aus fairem Handel“.

Pfarrer Bodo Steinhauer freut sich über die Aktion und darüber, „wie bewusst konsumiert wird“.