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Fahrradspeichen trennen kleinem Hund die Pfote ab

29.05.2012 | 23:00 Uhr
Fahrradspeichen trennen kleinem Hund die Pfote ab
Hund Leo. Foto: Uwe Möller WAZ FotoPool

Hattingen.  Ihr Tipp – unser Thema: Unfall an der Hundewiese.

Noch etwas irritiert humpelt Leo durch die Wohnung. Der Dackel-Chihuahua-Mischling wird sich daran gewöhnen müssen, auf drei Pfoten zu laufen. Denn der Rüde verlor bei einem Unfall mit einem Mountainbikefahrer an der Hundewiese seine rechte Vorderpfote.

Passiert sei der Vorfall am Ruhrdeich. Auf einem mehrere Kilometer langen, abgetrennten Bereich, auf dem Hundesitzer ihre Tiere unangeleint laufen lassen dürfen.

„Ich hatte mich gerade mit einer Bekannten unterhalten“, erinnert sich Hundebesitzer Joachim Lutz. „Im Augenwinkel sah ich den Fahrradfahrer noch kommen, da ist Leo schon losgelaufen.“ Der 29 Zentimeter hohe Hund rannte dem fahrendem Mountainbike entgegen und sei dabei mit seiner rechten Vorderpfote in die Speichen geraten. „Die Speichen haben ihm die Pfote regelrecht abgerissen“, erzählt Joachim Lutz sichtlich mitgenommen. Blutüberströmt habe das Tier gejault und gequiekt. „Ich habe nicht lang nachgedacht, habe mir Leo gegriffen und bin die knapp 400 Meter zum Parkplatz gerannt.“ Den Fahrradfahrer habe er nur am Rande wahrgenommen. Dieser sei zwar bei dem Unfall hingefallen, habe sich aber nicht ernsthaft verletzt. Hinterher habe er von seiner Bekannten erfahren, dass der Fahrradfahrer beim Anblick des Hundes ziemlich schockiert gewesen seien soll. „Er hat wohl nur ,Oh nein, Oh nein’ geschrien.“ Weil alles so schnell ging, habe Joachim Lutz sich auch nicht die Personalien des Mountainbikers aufschreiben können. „Ich bin sofort zum Tierarzt gefahren mit Leo.“ Die Vorderpfote war jedoch nicht mehr zu retten. „Sie mussten das gesamte Bein amputieren. Annähen war unmöglich weil Sehnen und Arterien völlig zerfetzt waren.“

Von dem Fahrradfahrer fehlt bislang jede Spur. Für Joachim Lutz geht es nicht nur darum, die Schuldfrage zu klären. Der Tierbesitzer sitzt nun auf mehr als 1000 Euro Tierarztkosten. „Wenn sich der Fahrradfahrer melden würde, könnte man einen Versicherungsfall daraus machen.“

Rechtlich gesehen sei der Fall etwas uneindeutig. „Laut Ordnungsamt dürfen Fahrradfahrer die Hundewiese befahren“, sagt Lutz. Daher habe er bislang auch von einer Anzeige gegen Unbekannt abgesehen. Ob erlaubt oder nicht, Sinn mache das Radfahren auf der Hundewiese für Joachim Lutz keinen. Die Fläche sei hügelig und ungemäht, für Fahrradfahrer nicht sehr geeignet. Jedoch: „Es ist eine öffentliche Fläche.“ Deshalb dürfe sie jeder betreten oder eben befahren. „Das war mir vorher nicht bewusst, für mich war es immer unsere Wiese, also die der Hundebesitzer.“

Stadtsprecherin Susanne Wegemann sieht den Mountainbiker in der Verantwortung: „Radfahrer sollten auf Radwegen fahren. Die haben auf der Hundewiese nichts verloren.“ Rein rechtlich aber werde es schwierig, den Fahrer zu belangen. Denn: Generell verboten ist das Befahren der Hundewiese nicht, auch wenn es wegen der zahlreichen freilaufenden Hunde nicht unbedingt sinnvoll erscheine. „Mich würde es nicht reizen, zwischen all den Hunden zu fahren“, so Wegemann.

Joachim Lutz kann also nur hoffen, dass sich der Radfahrer bei ihm meldet. Andere Hundebesitzer will er nun mit seiner Geschichte zur Wachsamkeit mahnen. Damit anderen Tieren ein Schicksal wie seinem Leo erspart bleibt.

Daniel Roeschies

Kommentare
30.05.2012
23:28
Fahrradspeichen trennen kleinem Hund die Pfote ab
von andigo1 | #2

Ich bin mit meiner Hündin fast täglich auf der Hundewiese und erlebe es häufig, dass gerade am Wochenende Radfahrer ( auch Familien mit kleinen...
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Fahrradspeichen trennen kleinem Hund die Pfote ab
Fahrradspeichen trennen kleinem Hund die Pfote ab
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http://www.derwesten.de/staedte/hattingen/fahrradspeichen-trennen-kleinem-hund-die-pfote-ab-id6708171.html
2012-05-29 23:00
Hattingen