Extraschicht lockt mit „Hier spielt die Musik“

Wir sind dabei: Die Extraschicht in der Henrichshütte in Hattingen kündigen Robert Laube, Leiter des Industriemuseums, und Kirsten Hansonis von der Ruhr Tourismus GmbH an.
Wir sind dabei: Die Extraschicht in der Henrichshütte in Hattingen kündigen Robert Laube, Leiter des Industriemuseums, und Kirsten Hansonis von der Ruhr Tourismus GmbH an.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Nacht der Industriekultur geht zum 15. Mal an den Start. Hattingen ist seit 14 Jahren dabei. Nach der verregneten Veranstaltung im Vorjahr wird nun drinnen Programm gemacht.

Hattingen..  Drei Wochen noch – dann ist wieder Extraschicht. 15 Jahre wird die Nacht der Industriekultur in diesem Jahr. Und ist damit im besten Teenageralter. Ein bisschen älter ist sie schon, die junge Jazz-Szene, die ihre Bühne am 20. Juni in der Hattinger Gebläsehalle aufschlägt. Indoor ist dieses Jahr angesagt – nach der verregneten Schicht 2014 und den hohen Besuchereinbußen. Motto vor Ort: Hier spielt die Musik!

Musikkabarett mit Flugenten

Das gilt in den acht Stunden von 18 bis 2 Uhr zu mehreren Zeiten für unterschiedliche Gruppen an verschiedenen Orten. Neben dem Klavierfestival Ruhr und den Klangwelten von JazzLine (19, 20.30, 22, 23.30 Uhr) machen sich „Flugenten“ auf nach Hattingen, wenn Schwarz und Schmitz aus Berlin um 19.45 und 22 Uhr zweimal Musikkabarett mitbringen. Mit Comedy, Kabarett und Musik startet Helmut Sanftenschneider um 18 Uhr das Programm und wiederholt es um 23.30 Uhr. Schnupper-Swing-Tanz ist zweimal möglich beim Lindy Hop-Workshop (19, 20.30 Uhr). Um 21.15 und 22.45 Uhr soll die Latin Session Band aus der Hütte einen Salsa-Tanzpalast machen.

Wer sich jetzt fragen sollte, ob den Programmmachern nichts einfällt angesichts der vielen Wiederholungen: Das ist Absicht. Nur Alpcologne zum feurigen Finale mit ihren Alphörnern gibt’s, naturgemäß, nur einmal.

Wer möchte, darf natürlich in Hattingen bleiben. In der Regel nutzen Besucher die Nacht, die diesmal 44 Spielorte in 19 Städten und 20000 Künstler aufbietet, aber, um sich auch woanders umzusehen. Mehr als vier Spielorte zu bewältigen, sei allerdings schwierig, so Robert Laube, Leiter des Industriemuseums, und Kirsten Hansoni von der Ruhr Tourismus GmbH. Letztere hat einmal, beruflich, acht geschafft, dann aber hauptsächlich im Bus gesessen. Die Shuttle-Busse, die die Spielorte vernetzen, sind im Preis enthalten. Doch wird diesmal auch dafür geworben, ruhig mit dem Rad zur Extraschicht zu kommen.

15. Geburtstag

Vielerorts zieht sich der 15. Geburtstag als Motto durch. Hattingen ist allerdings nicht bei den Städten, die all die Jahre durchgemacht haben, aber mit seinen 14 Teilnahmen, so Kirsten Hansoni, trotzdem „ein Dino“. Im zweiten Jahr 2002 hat das Industriemuseum ausgesetzt. „Wir haben rumgezickt“, sagt Robert Laube. Es gab Unstimmigkeiten mit der RTG. Inzwischen sind sie längst ein eingespieltes Team.

Der durchschnittliche Extraschicht-Besucher, nicht nur auf Hattingen bezogen, pubertiert übrigens nicht mehr. Er hat sich zwar verjüngt im Lauf der Jahre, ist aber immer noch 41. Dazu bildungshungrig und neugierig auf Industriekultur. Apropos Hunger: Passend zur italienischen Ausstellung Uomo e Macchina kann auch italienisch gespeist werden.