Er springt als Hausmeister ein

Hausmeister-Springer Sebastian Herberholz
Hausmeister-Springer Sebastian Herberholz
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Sebastian Herberholz arbeitet nach neun Jahren beim Grünflächenamt jetzt an Schulen – wo ein Hausmeister fehlt, rückt der 35-Jährige vorübergehend an.

Hattingen..  Er hätte eine feste Stelle als Hausmeister in der Grundschule Oberwinzerfeld bekommen können. Doch Sebastian Herberholz fühlt sich altersmäßig noch nicht reif dafür. Der 35-Jährige mag die Abwechslung und auch etwas Distanz zum Arbeitsort – weshalb er bei der Stadt als Springer angeheuert hat.

Das bedeutet Abwechslung, neue Kollegen und Herausforderungen, neue Gesichter. Und nach dem Dienst Abschalten in den eigenen vier Wänden statt in einer Hausmeisterwohnung auf Schulgelände.

In Hattingen gibt es noch einen Hausmeisterservice gleichen Namens. Der ist jedoch nicht gemeint, sondern der Springer, der einspringt, wenn irgendwo Not am Mann ist, ein Hausmeister krank oder in Urlaub. 23 Kolleginnen und Kollegen umfasst das Hausmeisterteam der Stadt, das in Schulen für mehr als Sauberkeit sorgt. Dazu gibt es besagten Springer, der kommt, wenn’s eng wird.

Die WAZ besuchte Sebastian Herberholz an seinem ersten Arbeitstag in der Grundschule Niederwenigern. Er hat gerade angefangen, die Mittagsschicht um 14 Uhr. Er weiß noch nicht so genau, wie der Hase läuft. Denn nicht nur von der Größe her unterscheiden sich die Einsatzorte. Heizungstechnik, Ablauf, Turnhallen -- überall ist alles etwas anders. Was es für den Familienvater, der den Umgang mit Kindern mag, auch wieder interessant macht.

Gelernt hat er Feinmechaniker. Inzwischen arbeitet Sebastian Herberholz jedoch im zehnten Jahr bei der Stadt. Er hat viele Talente, die auch beim Hausmeistereinsatz an Schulen nicht hinderlich sind. Neun Jahre hat er beim Grünflächenamt der Stadt Hattingen gearbeitet. „Ich habe mich jahrelang gequält“, sagt Sebastian Herber­holz. Wofür weder Arbeitgeber noch Kollegen oder sein Tätigkeitsfeld etwas konnten. Große Flächen zu mähen, hat ihm Spaß gemacht. „Aber es war eine Quälerei“, sagt er – angesichts einer Gräserallergie.

Gegen Kinder ist er nicht allergisch. Für sie ist der 35-Jährige an allen Einsatzorten wichtiger Ansprechpartner. Die Probleme ähneln sich. Gerade hat er eines beschrieben. Schon kommt, wie bestellt, ein Junge in sein kleines Büro und macht ihn auf verschmutzte Toiletten aufmerksam. Darum kümmert sich der Springer-Hausmeister ebenso wie um kaputte Stühle oder andere Gegenstände, die darauf warten, repariert zu werden. Später wird er draußen eine Runde machen und nachsehen, ob alle Türen abgeschlossen sind. Vorher schaut er noch am Sandkasten vorbei und prüft die Stabilität des Klettergerüstes.