Engeres Netz für Mütter geknüpft

Sabine Niespor (li.) und Melanie Becker-Ostendorf.
Sabine Niespor (li.) und Melanie Becker-Ostendorf.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Caritas berät nicht nur Schwangere, sondern lädt Familien mit Kindern anschließend jeden Mittwoch zum Austausch ins Café ein.

Hattingen..  Die Schwangerenberatung der Caritas knüpft ein immer engeres Netz, um Familien zu unterstützen. Denn ein Kind ist oft mit Armut verbunden, viele Mütter sind alleinerziehend, werden vom Vater des Babys im Stich gelassen oder trennen sich und müssen den Alltag mit einem kleinen Kind dann allein bewältigen. Nicht immer werden sie von ihrer eigenen Familie unterstützt.

Auf 290 Beratungen kommen Melanie Becker -Ostendorf und Sabine Niespor für das abgelaufene Jahr. Die Zahl entspricht nicht derjenigen der schwangeren Frauen, „so viele gibt es nicht“, so die Sozialarbeiterin Melanie Becker-Ostendorf. Sie ist so hoch, weil vielerlei Kontakte bestehen, wenn die Kinder längst geboren, die Pro­bleme der Familien aber nicht gelöst sind.

Die Einrichtung der Caritas an der Bahnhofstraße ist seit langem Mitglied im Bündnis für Familie und vernetzt sich immer mehr mit anderen Partnern, knüpft gleichzeitig aber auch das eigene Hilfs­angebot immer engmaschiger.

So existiert inzwischen ein Müttercafé Mbambini, das junge schwangere Frauen, aber auch junge Mütter und Väter und ihre Bambini unterstützt, die vielleicht in ihrem bisherigen sozialen Umfeld nicht genügend Hilfe bekommen.

Der Mittwochs-Treffpunkt richtet sich an schwangere Frauen und Mütter mit ihren Kindern bis zu einem Jahr. Die regelmäßigen Treffen an der Bahnhofstraße sollen keine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten sein, erklären Melanie Becker-Ostendorf und Sabine Niespor. Es soll vielmehr die Hilfen vergrößern, ein niederschwelliges Angebot machen und regelmäßige Anlaufstelle für einen zwanglosen Austausch sein.

Viele Frauen, wissen die beiden Beraterinnen, freuen sich über ihr Kind, sind dadurch aber auch oft sozial isoliert. Im Müttercafé können sie eigene soziale Netzwerke entwickeln, Erfahrungen austauschen mit anderen, über Fragen von Erziehung, Ernährung und Kinderpflege beim zwanglosen Frühstück sprechen und „sich gegenseitig unterstützen in ihrer Elternkompetenz“, so die Zielrichtung. Dadurch könne die Bindung zwischen Mutter und Kind verstärkt werden. „Als feste Einrichtung bringt das Müttercafé Struktur in ihren Alltag“, so die Caritas-Beraterinnen.

Im Müttercafé sollen frühe Hilfen vernetzt werden und „die gesundheitliche, emotionale und soziale Versorgung von Mutter und Kind optimiert“. Was die Teilnehmerinnen in der Gruppe lernen, sollen sie auf ihren Alltag übertragen. Aus dem Café sollen sie ein Gefühl der Solidarität und Gruppenzugehörigkeit mitnehmen.