Empfohlene Masern-Impfquote ist nicht erreicht

Foto: picture-alliance/ dpa
Was wir bereits wissen
95 Prozent sind das Impfziel. Der Ennepe-Ruhr-Kreis hat den schlechtesten Wert in NRW. Hattingen liegt bei 94,5 Prozent.

Hattingen..  Hinsichtlich der Masern-Impfung sei der Ennepe-Ruhr-Kreis weit entfernt vom Impfziel der Weltgesundheitsorganisation, warnt die Techniker Krankenkasse in NRW. Dabei verweist sie auf Zahlen des Landeszentrums Gesundheit NRW und Daten aus dem Versorgungsatlas des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung.

Demnach sollen 88,2 Prozent der 2013 eingeschulten Kinder mindestens zweimal gegen Masern geimpft gewesen sein. Das entspreche zwar einer Zunahme um 37 Prozentpunkte von 2004 bis 2013, sei aber vom Impfziel von 95 Prozent geimpfter Kinder immer noch entfernt – und der schlechteste Wert in NRW.

Allerdings zeigt ein Blick auf die Impfquoten, die der Ennepe-Ruhr-Kreis erhebt, dass das Ergebnis für Hattingen allein nicht so schlecht ausfällt: Demnach waren die 2013 Eingeschulten zu 92,8 Prozent zweimal gegen Masern geimpft, bei den I-Dötzchen aus 2014 sind es jetzt sogar 94,5 Prozent, allerdings hatten von 339 Untersuchten auch nur 308, also 90,9 Prozent ein Impfheft vorgelegt. „Ich habe so gut wie keine Eltern in der Praxis, die die Impfe ablehnen. Und so weit ich weiß, ist das bei meinen Kolleginnen ähnlich“, sagt der Hattinger Kinderarzt Dr. Hans-Peter Stoll. Das Impfverhalten in den vergangenen Jahren hätte sich nicht geändert. Er verweist aber auf Regionen im Kreis, in denen weniger geimpft würde.

Zu nennen ist da besonders Herdecke: Nur 76,5 Prozent der Kinder, die im Sommer mit der Schule starten, sind dort zweimal gegen Masern geimpft. 2013 waren es sogar nur 75,8 Prozent gewesen. Unter der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Quote blieben im Kreis 2013 außerdem noch Ennepetal (94,4 Prozent), Sprockhövel (89 Prozent), Wetter (82,8 Prozent), Witten (81,7 Prozent). Witten hat sich in 2014 verschlechtert – auf 80,6 Prozent. Breckerfeld, wo es 2013 eine Quote von 95,7 Prozent gab, rutschte auf 94,7 Prozent ab. Alle anderen Städte konnten ihre Impfabdeckung verbessern.