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Einladung ins Schloss

10.01.2010 | 15:03 Uhr

Bundespräsident Horst Köhler hat den lungenkranken Jens Lingemann zum Neujahrsempfang am Dienstag eingeladen.

„Ich hoffe, dass das Wetter passt”, sagt Jens Lingemann. Und denkt dabei an die Fahrt nach Berlin. Dorthin hat ihn Bundespräsident Horst Köhler zum Neujahrsempfang eingeladen. Im Schloss Bellevue, dem Amtssitz Köhlers, begrüßt er Lingemann als Gründer der Selbsthilfegruppe Lungenemphysem-COPD am morgigen Dienstag.

Lingemann wird neben 63 Bürgern aus ganz Deutschland für seine Arbeit und sein bürgerschaftliches Engagement geehrt. „Ich denke, die Einladung ist Folge meiner Aktivitäten”, sagt er. Im Jahr 2001 hat er die Selbsthilfegruppe gegründet und eine E-Mail-Liste eingerichtet. Seit 2007 organisiert er in Hattingen das Symposium Lunge. Dazu kommen bundesweite Veranstaltungen.

Anfang Dezember 2009: Lingemann erhält ein Schreiben des Bundespräsidialamtes. Wie es dazu kam, fragt er sich noch immer: „Wenn man das immer so wüsste”, sagt er.

Er habe lange mit sich gekämpft, ob er die Einladung annehmen soll, sagt Jens Lingemann. Denn in die Öffentlichkeit geht er nicht so gerne. Und das Bundesverdienstkreuz hat er zwei Mal abgelehnt. „Ich behänge mich nicht gerne mit Orden und auch einige der anderen Kreuzträger haben mir nicht gefallen.”

Warum Lingemann doch zugesagt hat? „Weil es wichtig ist, unsere Krankheit der Öffentlichkeit weiter bekannt zu machen”, erklärt er seine Entscheidung. COPD habe noch eine zu schlechte Lobby.

Die Abkürzung COPD – englisch für chronic obstructive pulmonary disease – steht für zwei Lungenkrankheiten: chronisch obstruktive Bronchitis und Lungenemphysem. „Das ist heutzutage eine regelrechte Volkskrankheit mit fünf Millionen Betroffenen in Deutschland”, erläutert er.

Nun fährt Jens Lingemann mit seiner Frau für zwei Tage nach Berlin. Am ersten Tag heißt es proben und das Protokoll durchgehen. Das regelt, wer sich wie verhalten muss. Fürs Foto morgen wird er rechts neben Horst Köhler stehen, hat er den neuneinhalb Seiten entnommen. Und: „Ich darf ein paar Sätze mit dem Präsidenten sprechen.”

Die Begründung für die Einladung

„Herr Lingemann hat vor acht Jahren die Organisation Lungenemphysem-COPD Deutschland ins Leben gerufen”, wird die Einladung begründet. „Mittlerweile werden über die Internet-Selbsthilfegruppe sowie 45 regional aktive Selbsthilfegruppen und den wöchentlichen Newsletter mehr als 8000 Erkrankte und Angehörige erreicht. Außerdem gibt es eine Vernetzung mit Fachärzten und Fachkliniken.”

Timo Klippstein

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