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Eine Welle der Hilfsbereitschaft

22.06.2012 | 18:26 Uhr
Eine Welle der Hilfsbereitschaft
Michel Seewald spielt mit seinen beiden Töchtern Lena und Lara.

Hattingen.   Das Schicksal des Witwers mit zwei Kindern erschüttert viele

Das Schicksal von Michel Seewald, dessen Frau innerhalb weniger Tage an Leukämie gestorben ist, und seiner zwei kleinen Töchtern geht vielen Menschen nahe. Sogar aus der Nachbarstadt erreichte die Hattinger Zeitung ein Anruf. „Die Geschichte hat mich wahnsinnig berührt“, sagt der Wittener am Telefon. Er meldet sich nach dem Nachtdienst in der Redaktion um zu erfahren, wie er helfen kann. Erschüttert, was für ein schweres Schicksal manche Menschen haben.

Wie ihm geht es vielen. Eine 79-Jährige, die gern „einen Fuffi“ spenden würde, fragt nach einem Spendenkonto. Ihre gleichaltrige Bekannte würde der Familie gern denselben Betrag zur Verfügung stellen. Ein offizielles Spendenkonto jedoch existiert nicht. Das müsste eine Organisation einrichten – und offiziell abrechnen. Und das Privatkonto des 31 Jahre alten Witwers kann schlecht über die Zeitung öffentlich gemacht werden. Einen Anruf bei ihm aber scheut die alte Dame.

Vielleicht wäre der Evangelische Kindergarten ( 40173) eine Lösung. Von dort kommt zwar auch ein Anruf und die Frage nach einem Spendenkonto. Ein Kontakt zur betroffenen Familie muss jedoch nicht erst hergestellt werden. Man kennt sich.

Möglicherweise könnten Interessenten dort das Sparschwein füttern. Das schluckt schon seit Tagen fleißig, geparkt neben dem Bericht „Über Nacht Witwer“. Auch hier ist nach einer Kontonummer gefragt worden, um die Familie zu unterstützen. Was die Mitarbeiterinnen freut: „die Menschlichkeit“, die angesichts der Anteilnahme aufblitzt.

Ein Hattinger lässt sich dagegen die Telefonnummer von Michel Seewald geben, die wir – im Kasten – auch für andere Interessenten veröffentlichen. „Meine Frau und ich haben beschlossen, 100 Euro zu überweisen. Man gibt soviel Geld aus“, sagt der Vater eines Sohnes. „Das Schicksal hat mich mitgenommen.“ Er möchte wenigstens ein bisschen helfen.

Es kommt viel Verständnis für die Notlage, in der sich der jetzt alleinerziehende Vater und seine beiden Töchter befinden. „Ich bin selbst Krebspatientin“, sagt eine 56-Jährige, die sich gut in die Situation einfühlen kann. Ihre Kinder sind erwachsen, über 30. Die Sorgen, in die eine schwere Krankheit eine Familie stürzt, sind nicht vergessen. Deshalb möchte auch diese Frau aus Niederwenigern helfen.

Kerstin Graw kommt nicht aus Niederwenigern und ist „zugezogen“, nach Holthausen. Auch ihr ist es wichtig, sich in der eigenen Stadt auch um andere zu kümmern. Die 45-Jährige nimmt Anteil am Schicksal der Familie Seewald. Ein Nierentumor ihres Mannes und Kinder von acht und zehn Jahren machen sie sensibel für das Unglück anderer Menschen.

Nicol Jensen möchte kein Geld überweisen, sondern ihre Kenntnisse im Umgang mit Behörden und Ämtern fließen lassen. Sie hat sich eingearbeitet in viele Sachgebiete. Notgedrungen. Mann und Tochter sind behindert.

Die Hattingerin weiß deshalb nicht nur aus eigener Erfahrung, was Überlastung und Überforderung bedeuten. Inzwischen kennt sie auch sehr gut ihre Rechte. Weiß, wem in welcher Situation was zusteht an Hilfen. Und möchte auch Familie Seewald zu ihrem Recht verhelfen.

Brigitte Ulitschka



Kommentare
23.06.2012
13:03
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23.06.2012
01:05
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