Eine Reise in die Steinzeit

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Während einer Duden-Schreibwerkstatt erzählen sechs Nachwuchs-Autoren eigene Geschichten über Entdeckungen aus der Steinzeit.

Hattingen..  Familie Feuerstein – Wilma und Fred leben gemeinsam mit Säbelzahntigern, Mammuts, aber auch Dinosauriern in der Steinzeit und führen ein Leben als Höhlenmenschen, wie es seinerzeit üblich war. Doch was macht die Steinzeit eigentlich aus?

Sechs Kinder haben sich mit dieser Frage im Rahmen des Ferienspaßes auseinandergesetzt und sind im Bügeleisenhaus auf eine Zeitreise gegangen. Ihre Eindrücke und Erlebnisse aus der dortigen Ausstellung über die Steinzeit sollen ihnen Ideen für eine Fantasie-Geschichte liefern. In der Schreibwerkstatt der Stadtbibliothek werden diese Ideen dann umgesetzt – „zum Schreiben braucht man nichts außer Papier, einen Stift und eine Menge Fantasie“, so die Autorin Dr. Birgit Ebbert, die das Projekt leitet.

Das Besondere ist, dass in jeder Geschichte der Kinder der Vampir Valerio vorkommt, denn der kann mit Hilfe seines Mantels überhaupt erst Transporte in eine andere Zeit möglich machen. Dieser magische Vampir ist Teil einer Buchreihe der Autorin und dient den Nachwuchs-Schriftstellern jetzt als Vorgabe.

In der Stadtbibliothek liegen noch weitere Bücher zur Recherche über die Steinzeit bereit. Nachdem die Kinder mit genügend Informationen versorgt wurden, sprudeln sogleich die ersten Ideen.

Lea (9) schreibt eine Geschichte, die mitten in einer Jagdszene von Mammuts beginnt. Ein Mädchen Namens „Hata“ zeigt den Geschwistern Moritz und Marie aus der Zukunft, wie die Neandertaler gelebt haben und wie wichtig Mammuts für die Versorgung eines Dorfes waren. „Es hat mich im Bügeleisenhaus sehr fasziniert, wie Steinzeitmenschen ihren Alltag schon mit Feuer und Werkzeugen gestaltet haben“, erinnert sich Lea.

Auch Johannas Eindrücke finden sich in ihrer Geschichte wieder, denn die Elfjährige hat ein echter Mammut-Stoßzahn am meisten beeindruckt: „In meiner Geschichte braucht Hata Hilfe von Moritz und Marie, weil ein Mammut die Höhle von ihrer Familie angreift. Doch mit Hilfe von Feuer schaffen die Freunde es, das Mammut zurück in die Wildnis zu treiben“.

Fast alle Kinder haben zudem Kenntnisse über die Steinzeit aus dem Geschichtsunterricht und können sich gut in die Thematik hineinversetzen. „Das Wichtigste ist, dass sich die Kinder auf ihre Ideen einlassen und den Gedanken freien Lauf lassen“, erklärt Dr. Birgit Ebbert.

Dabei kommt auch dem Vampir Valerio oft eine Hauptrolle zu. In der Geschichte von Justus (9) wird dieser als Vater von Marie und Moritz ausgegeben und erlebt so in perfekter Tarnung alle Abenteuer selbst mit. „Denn Steinzeitmenschen kennen keine Vampire und würden sonst Angst vor Valerio haben“, erklärt Justus den Fall.

Wenn die Nachwuchs-Schriftsteller gegen Nachmittag alle Geschichten beendet haben, hat die Projektleiterin Dr. Birgit Ebbert noch etwas Großes vor – aus allen Erzählungen entnimmt sie Teile und macht daraus eine eigene große Geschichte.

„Die wird dann in einer Lesung allen Interessierten vorgestellt, so dass die Erfahrungen der Zeitreise möglichst viele Leute miterleben können“, so die Autorin.