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Eine moderne Arche Noah

06.01.2016 | 12:00 Uhr
Eine moderne Arche Noah
Foto: Volker Speckenwirth

Hattingen.  Familie Rische züchtet auf ihrem Hof in der Elfringhauser Schweiz alte und robuste Nutztierrassen, die vom Aussterben bedroht sind. Artgerechte Haltung ohne Genfutter und Wachstumsförderer.

„Viele denken, wir haben einen Gnadenhof für Nutztiere“, sagt Daniela Rische (33). „Tatsächlich geht es darum, vom Aussterben bedrohte Nutztiere zu erhalten.“ Sie und ihr Mann Tobias bewirtschaften einen Hof am Fuß des Raffenbergs in einem Seitenausläufer des Wodantals inmitten der Elfringhauser Schweiz. Hier leben sie und ihre beiden Kinder mit Rindern, Schweinen, Hühnern, Kaninchen und Pferden. Das Besondere: Seit 2012 betreiben sie ihre Viehwirtschaft unter dem Label „Nutztier-Arche“.

Durch die zunehmende Modernisierung der Nutztierhaltung werden vermehrt gewinnversprechende Hochleistungsrassen gezüchtet; immer mehr alte Rassen sind dadurch vom Aussterben bedroht und stehen auf der Roten Liste. In Deutschland gibt es derzeit 245 Höfe oder Züchter, die mindestens eine gefährdete Nutztierrasse züchten und sich damit in Kooperation mit der „Vielfältigen Initiative zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen“ (Vieh-ev) Nutztier-Arche nennen dürfen.

Begonnen hat das Ehepaar die Zucht mit Meißner-Widder-Kaninchen. Hinterländer Rinder, Rotbunte Husumer Schweine und Ostfriesische Milchschafe kamen hinzu. „Die Idee zur Zucht alter Nutztierrassen kam uns, als es anfing mit den Fleischskandalen“, erzählt Daniela Rische. „Wir konnten einfach nicht mehr mit gutem Gewissen dieses abgepackte Fleisch kaufen.“

Die Arche-Tiere werden artgerecht gehalten: Sieben bis acht Monate im Jahr leben sie auf der Weide, während der Stallsaison Mutter- und Jungtiere gemeinsam in großen, mit Stroh ausgelegten Ställen. Mutterkühe werden nicht gemolken, damit sie genug Milch für ihre Kälber haben. Kein Tier bekommt Genfutter, Wachstumsförderer oder vorsorglich Antibiotika. Die Mast dauert mindestens doppelt so lang wie bei konventioneller Haltung. Alle Rassen sind robuster, langlebiger, genügsamer, widerstandsfähiger, meist gebärfreudiger als konventionelle – aber weniger ertragreich. Rinder sind nur halb so groß und schwer wie das häufig gezüchtete Angusrind und liefern weniger Fleisch. Die Milchschafe sind zur Fleischproduktion eher ungeeignet, Familie Rische liefern sie Milch. Sperberhühner legen vor allem Eier und setzen kaum Fett an.

Bisher versorgt sich die Familie durch die Produkte ihrer Tiere weitgehend selbst: „Bei uns herrscht das Prinzip: Erhalten durch Aufessen.“ Werden im Frühjahr Junge geboren, soll ein Teil des Ertrags abgegeben werden.

Kristina Gerstenmaier

Kommentare
06.01.2016
12:27
Eine moderne Arche Noah
von Turgor | #1

Besser als Massentierhaltung, ja. ABER: Die Idee dahinter, der Glauben daran, es sei in Ordnung, Lebewesen umzubringen nur weil sie gut schmecken, ist...
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Eine moderne Arche Noah
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2016-01-06 12:00
Hattingen