Eine Auszeit von der Kunst

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Was wir bereits wissen
Monika Schwarze zog nach 18 Jahren und 52 Ausstellungen einen Schlussstrichunter die Klumpi-Gruppe. Kein Atelier mehr zu Hause im Esszimmer.

Hattingen..  Auf die faule Haut wird sich Monika Schwarze sicher auch künftig nicht legen. Hat die 54-Jährige doch Hummeln im Hintern, wenn es um Kunstprojekte geht. Für die Klumpi-Gruppe hat sie jedoch soeben die letzte Ausstellung eröffnet. Vier Wochen lang dreht sich in der Schaugießerei im Industriemuseum alles um den Tierschutz – in der 52. und letzten Präsentation nach 18 Jahren.

Die Schöpferin der Gruppe gönnt sich jetzt eine Auszeit, nimmt sich die Freiheit, ihre Freizeit ohne Termine zu verbringen. Auch so hat sie noch Ehrenämter, beispielsweise in der Schaugießerei. Nun gönnt sie ihrer Familie aber wieder das eigene Esszimmer, das bisher auch immer als Atelier herhalten musste. „Ich kann meinem Mann nicht genug danken“, sagt Monika Schwarze. Er habe sich nie beschwert, nach der Arbeit nicht nur die eigenen Kinder anzutreffen, sondern phasenweise bis zu über 30 andere. Was in einer Wohnung mit 65 Quadratmetern am Anfang nicht immer einfach war. „Mein Mann hatte keinen Stuhl zum Sitzen“, erinnert sich Monika Schwarze. Soll im größeren Verwandtenkreis gefeiert werden, muss nun keinen halben Tag mehr aufgeräumt werden, damit Bilder im Keller verschwinden.

Monika Schwarze lernte erst Verkäuferin, machte später noch eine Ausbildung. Doch ihr Herz schlug schon immer für die Kunst. Die Klumpi-Gruppe, benannt nach einer Lehrerin in der Grundschule Bruchfeld, wo das Projekt startete, brachte Monika Schwarze dazu, später noch Kunst zu studieren.

Die vielen Jahre haben der Hattingerin viel Spaß gemacht. Wie in der Biografie im Internet nachzulesen ist, hatte Sohn Niclas vor 19 Jahren als Preis einen Besuch im Landtag gewonnen. Weil er noch zu jung für ein Gespräch mit Regina van Dinther war, gab es von der CDU stattdessen Geld für Bastelmaterial. Mit einem Herbst­bastelbuch hatte alles angefangen, es folgten Modelle markanter Gebäude in Hattingen. Und viele, viele Ausstellungen, hauptsächlich in Hattingen. 25 bis 36 Klumpi-Kinder waren es in den stärksten Zeiten. Im Moment sind es noch elf, die sich mit dem Tierschutz beschäftigt haben.

In den vergangenen zwei Jahren wurden schon keine neuen Mitglieder mehr aufgenommen. Inzwischen war die Klumpi-Gruppe wieder im privaten Wohnzimmer gelandet und hatte kein Atelier am Gymnasium Waldstraße mehr. Dorthin war die Mutter ihrem Sohn gefolgt, an der Waldstraße war die Gruppe lange verankert.

„Die Luft ist raus“, sagt Monika Schwarze. Sohn und Tochter sind längst erwachsen, ihr Enkel ist ein halbes Jahr alt. Sollte er das künstlerische Talent der Oma geerbt haben, muss Monika Schwarze bald auf den Enkel und ihre Möbel achtgeben. Sie selbst erinnert sich mit Schmunzeln an eine Verschönerungsaktion im Wohnzimmer der Eltern. Während diese unterwegs waren, bemalte Monika Schwarze als Kind einen neuen Schrank. Die Farbe ließ sich zwar mühsam abwaschen, doch auch der Lack war ab. Trotz Nachbesserung war der Schrank nie mehr wie vorher.