Ein Zufallsprodukt
05.12.2008 | 19:22 Uhr 2008-12-05T19:22:32+0100Mit dem Untergang der Isenburg beginnt die Geschichte der Burg Blankenstein.Die derzeitigen Pächter Ute und Detlef Müller haben ihren Platz in den Annalen sicher
GESICHTER EINER STADT BURG BLANKENSTEINWäre Graf Friedrich von Isenberg im Jahre 1225 etwas vorsichtiger mit dem Kölner Erzbischof Engelbert bei dessen Gefangennahme umgegangen, wäre der nicht gestorben. Dann wäre wohl im Jahr darauf auch nicht die Isenburg zerstört worden. Und es hätte keine Notwendigkeit für einen Burg-Neubau bestanden. Es gäbe Burg Blankenstein nicht - und der Ortsteil wäre um eine gewaltige Attraktion ärmer.
Friedrich von Isenberg bezahlte die Tat mit seinem Leben, sein Besitz teilten sich das Kölner Erzbistum und Graf Adolf I. von der Mark. Der musste sich nach einer neuen Bleibe umsehen, nachdem die Isenburg unbewohnbar wurde. Lange musste der märkische Graf nicht suchen, ein geeignetes Territorium fand er 1226 auf dem "blanken Steyn" über der Ruhr. Das war die Geburtsstunde der Burg Blankenstein. Sie entstand in der Folge eines Streits, und Streitigkeiten prägen ihre Geschichte - bis in die Gegenwart.
Ein Ursprung liegt im Jahre 1321, als Graf Engelbert II. an Pfingsten auf der Burg Blankenstein dem Reichshof Bochum die Stadtrechte verleiht. Doch erst exakt 600 Jahre später geht die Festung in Bochumer Besitz über. 1922 lebten dort Gustav und Ida vom Stein. Sie dachten öffentlich über einen Verkauf der Burg nach, zu den Interessenten gehörte neben der Stadt Bochum auch das Amt Blankenstein. Mit ihm einigte sich vom Stein darauf, dass es im Verkaufsfall den Zuschlag bekommt. Dennoch verkauft das Ehepaar die Burg für eine Million Mark an Bochum. Damit ist neben Haus Kemnade ein zweites Blankensteiner Denkmal in Bochumer Besitz. Richtig glücklich ist die Stadt mit der Burg aber bis heute nicht geworden. Die ständigen kostspieligen Investitionen belasteten den Haushalt. Ein Problem, das erst vor wenigen Jahren gelöst wurde.
Nutznießer ist Gastronom Detlef Müller. Er sorgt schon seit 1978 für das leibliche Wohl auf dem einstigen Adelssitz. Damit hält er zwei historische Rekorde: Niemals lebte dort jemand so lange wie er, knapp 30 Jahre Gastronomiebetrieb ohne Generationswechsel sind ebenso einzigartig. Müller ist "Pächter in eigentumsähnlicher Form", wie er selbst sagt. Der Vertrag ist nicht befristet, damit sind die Streitigkeiten um Geld und Besitz endlich beigelegt. Allerdings müssen Detlef Müller und seine Ehefrau Ute aber auch die Burg in Schuss halten, doch das ist kein Problem: "Als wir hierher kamen, fehlte es an allem: Strom, Gas, Wasser und Fenster waren überhaupt nicht vorhanden." So musste erst fleißig investiert und gebaut werden, bis 1980 der Betrieb eröffnet werden konnte. "Aktuell ist die Burgstraße in desolatem Zustand, die muss ich zahlen." Allen Belastungen zum Trotz bezeichnet Müller sein Leben und die Arbeit auf der Burg als sein "Lebenswerk." Genau solche Menschen braucht das Anwesen, damit es auch die nächsten Jahrhunderte übersteht.
12:52
dazu bedarf es eigentlich keines Kommentars, sondern nur den Hinweis auf die WAZ vom 26.07.2007 und den Bericht von Ralf Drews
Ist denn nun Herr Müller tasächlich Pächter? doch wohl kaum...